
11. Jan (Reuters) - Im Iran ist die Zahl der Toten in Zusammenhang mit den regierungsfeindlichen Protesten Menschenrechtlern zufolge deutlich gestiegen. Inzwischen sei von 466 Toten auszugehen, teilte die Gruppe Hrana mit Sitz in den USA am Sonntagnachmittag mit. Kurz zuvor war noch von 203 Toten die Rede. Der Informationsfluss aus dem Iran ist seit Donnerstag durch eine von den Behörden verhängte Internetsperre stark eingeschränkt. Der iranische Polizeichef Ahmad-Resa Radan hat jüngst erklärt, die Sicherheitskräfte hätten ihre Bemühungen zur Bekämpfung der "Randalierer" verstärkt. Die iranische Führung hat bereits frühere Unruhen niedergeschlagen, zuletzt 2022 nach dem Tod einer Frau in Polizeigewahrsam, die wegen Verstoßes gegen die Kleiderordnung angeklagt war.
Die jüngsten Proteste im Iran halten seit gut zwei Wochen an. Sie haben sich in der Hauptstadt Teheran an der steigenden Inflation entzündet, rasch ausgeweitet und richten sich nun auch gegen die Führung der Islamischen Republik. Die Behörden werfen den USA und Israel vor, die Unruhen zu schüren.