
Berlin, 11. Jan (Reuters) - Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat sich laut einem Medienbericht den Drohungen von US-Präsident Donald Trump, Grönland notfalls auch mit militärischem Zwang unter Kontrolle der USA zu bringen, entgegen gestellt. "Der arktische Raum hat eine neue sicherheitspolitische Bedeutung bekommen. Diese Bedeutung wird weiter zunehmen, gerade weil Russland und auch China dort Interessen haben, die unseren zuwiderlaufen", sagte er der "Bild am Sonntag" vorab. Mit Blick auf seine Reise nach Washington kündigte Wadephul demnach an, er wolle mit US-Außenminister Marco Rubio eine gemeinsame Nato-Strategie besprechen: "Dabei ist es klar, dass es allein Sache Grönlands und Dänemarks ist, über Fragen von Territorium und Souveränität von Grönland zu entscheiden."
Die SPD-Bundestagsfraktion drängt dem Vorabbericht zufolge auf einen härteren Kurs der Europäer gegenüber Trump. "Europa darf sich von Trump nicht einschüchtern lassen. Wir müssen gemeinsam bei Grönland ein Stoppschild setzen. Trump braucht endlich Klartext", sagte der außenpolitische Sprecher der Fraktion, Adis Ahmetovic. Als Vorbild nannte er den brasilianischen Präsidenten Lula. Der habe "Trump mit harten Gegenzöllen zum Einlenken gebracht".