
Berlin, 09. Jan (Reuters) - Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, hat die Einladung an einige Fachpolitiker der AfD zur diesjährigen Veranstaltung verteidigt. Die AfD habe die Nicht-Einladung der vergangenen zwei Jahre genutzt, um sich als Opfer darzustellen. "Ich glaube, dass diese von ihr behauptete Benachteiligung ihnen tatsächlich zusätzliche Wähler bringt", sagte Ischinger in einem am Freitag veröffentlichten TV-Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Die AfD könne nicht mehr behaupten, dass sie diskriminiert werde, wenn zwei oder drei Fachpolitiker zugelassen würden. Deshalb sei die Praxis wieder geändert worden. Auch früher hätten AfD- und Linke-Politiker an der Sicherheitskonferenz teilgenommen.
Außerdem wisse er, dass viele der ausländischen Gäste bei ihrem MSC-Besuch in München nicht nur mit deutschen Politikern anderer Parteien, sondern eben auch mit denen der größten Oppositionspartei sprechen wollten. "Ich denke, wir schaffen damit wieder gleiche Wettbewerbsbedingungen." US-Vizepräsident JD Vance hatte sich im Februar am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz mit AfD-Co-Chefin Alice Weidel in München getroffen.
Er sei sehr unglücklich über die Aufmerksamkeit, die diese Entscheidung bekommen habe, weil dies den falschen Eindruck erwecke, als ob er selbst irgendwelche Sympathien für die AfD hege. "Ich bin der Erste, der sagt, dass diese Leute in ihrer Außenpolitik von A bis Z falsch liegen", betonte der frühere deutsche Topdiplomat. Aber vielleicht machten die Politiker ihrerseits auf der größten außen- und sicherheitspolitischen Konferenz in Europa "auch lehrreiche Erfahrungen".