
Brüssel, 08. Jan (Reuters) - Die EU-Kommission hat die Kurznachrichten-Plattform X des Milliardärs Elon Musk angewiesen, alle Dokumente und Daten zu ihrem KI-Programm Grok bis zum Jahresende aufzubewahren. Die auf X verbreiteten Bilder von unbekleideten Frauen und Kindern seien rechtswidrig und empörend, erklärte die Kommission am Donnerstag. Die Behörde habe nun beschlossen, eine im vergangenen Jahr an X ergangene Aufbewahrungsanordnung zu verlängern, die sich auf Algorithmen und die Verbreitung illegaler Inhalte beziehe.
Von einer Künstlichen Intelligenz (KI) produzierte sexualisierte Darstellungen wurden zuletzt von der Bundesregierung sowie von Großbritannien und Frankreich kritisiert. "Was wir bei X gerade beobachten, wirkt wie die Industrialisierung der sexuellen Belästigung. Elon Musk erlaubt mit seinem KI-Dienst Grok, täuschend echte, sexualisierte Bilder von Frauen zu erstellen", sagte Kulturstaatsminister Wolfram Weimer am Dienstag zur Nachrichtenagentur Reuters. Insbesondere von der KI generierte sexualisierte Bilder von Minderjährigen seien nicht akzeptabel.
Weltweit gibt es Kritik von Behörden und Regierungen an dem von X eingesetzten KI-Instrument namens Grok. Dieses hatte auf Anforderung Bilder von Frauen und Minderjährigen in extrem knapper Kleidung erzeugt – auch von Personen des öffentlichen Lebens. Die EU-Kommission hatte dies bereits als illegal kritisiert, Musk die Kritik jedoch abgetan. Seine KI-Firma xAI hatte erklärt, Lücken bei den Sicherheitsvorkehrungen hätten zu Bildern geführt, die "Minderjährige in minimaler Kleidung" zeigten.
Der umstrittene US-Milliardär, der rechtspopulistische Parteien in Europa unterstützt, wehrt sich gegen die Regulierung seiner Dienste in der EU. X ist wie alle sozialen Plattformen in der EU den hiesigen Gesetzen unterworfen. Musk wird bei seiner Kritik an der EU-Regulierung von der US-Regierung unterstützt. Beide werfen den Europäern Zensur und Unterdrückung der Meinungsfreiheit vor.