
Seeon, 07. Jan (Reuters) - Angesichts der Beschlagnahme eines unter russischer Flagge fahrenden Öltankers im Atlantik durch die USA hat sich Litauens Präsident Gitanas Nauseda für ein schärferes Vorgehen gegen die russische Schattenflotte ausgesprochen. Auf eine Frage nach der US-Operation vom Mittwoch verwies Nauseda als Gast der Klausurtagung der CSU-Bundestagsabgeordneten im bayerischen Kloster Seeon auf Schiffe der russischen Schattenflotte in der Ostsee, die für zahlreiche Beschädigungen von Unterwasserkabeln zwischen EU- und Nato-Staaten verantwortlich gemacht werden.
"Wir gehen daher sehr streng dagegen vor und sehen darin eine große Gefahr für die kritische Infrastruktur in der Ostsee und auch an Land", sagte Nauseda vor Journalisten. "Ich denke daher, dass wir diese Schattenschiffe noch mehr und entschlossener bestrafen und sanktionieren sollten." Die Sanktionen der Europäischen Union (EU) gegen russische Schattenflotte seien unzureichend. Litauen beobachte weiterhin Aktivitäten in der Ostsee. "Ich spreche von der Ostsee, weil sie bei Litauen liegt, aber das passiert überall", so Nauseda.
Die Ergebnisse des Treffens der sogenannten "Koalition der Willigen" in Paris zur Unterstützung der Ukraine im Krieg mit Russland stimme ihn zuversichtlich, sagte Nauseda zudem. "Wir machen einen großen Schritt nach vorn und kommen dem Frieden näher." Er hoffe, dass 2026 das Jahr des Friedens werde und dass dieser nachhaltig sein werde. Die frühere Sowjetrepublik Litauen zählt zu den entschiedendsten Unterstützern der Ukraine.