
Washington/Mexiko-Stadt, 0.7 Jan (Reuters) - Die US-Regierung setzt einem Bericht zufolge Venezuelas Innenminister Diosdado Cabello unter Druck, um eine geordnete Übergangsphase nach der Festnahme von Präsident Nicolas Maduro zu erzwingen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag von drei mit der Angelegenheit vertrauten Personen erfuhr, haben die USA Cabello über Mittelsmänner gewarnt, dass er an der Spitze einer Zielliste stehe, sollte er die Zusammenarbeit verweigern. Ihm drohe ein ähnliches Schicksal wie Maduro, der in den USA wegen "Drogen-Terrorismus" vor Gericht steht.
Hintergrund ist die US-Strategie, sich für eine Übergangsphase auf Schlüsselfiguren aus Maduros Machtapparat zu stützen, darunter Cabello und Verteidigungsminister Vladimir Padrino. Die Regierung in Washington bezweifelt einem Insider zufolge, dass die Opposition um die Friedensnobelpreisträgerin Maria Corina Machado in der Lage wäre, den Frieden im Land zu sichern. Stattdessen folge man einer Einschätzung des Geheimdienstes CIA, wonach Maduros engste Vertraute am besten geeignet seien, das Land vorübergehend zu führen und ein Chaos zu verhindern.
Druckmittel dienen den USA dem Bericht zufolge nicht nur Drohungen. Washington habe auch die Finanzanlagen von Interimspräsidentin Delcy Rodriguez in Katar identifiziert und könne diese beschlagnahmen. Zu den Forderungen der USA gehören die Öffnung der Ölindustrie für US-Firmen, ein Vorgehen gegen den Drogenhandel sowie die Beendigung der Zusammenarbeit mit Kuba und dem Iran.
Unterdessen rief Interimspräsidentin Rodriguez eine siebentägige Staatstrauer für die bei dem US-Einsatz am Wochenende getöteten Militärangehörigen aus. Der venezolanischen Regierung zufolge kamen dabei rund zwei Dutzend Offiziere ums Leben. Die Regierung Kubas meldete zudem den Tod von 32 ihrer in Venezuela stationierten Militär- und Polizeikräfte.