
Moskau/Kiew, 30. Dez (Reuters) - Ein mutmaßlicher ukrainischer Drohnenangriff auf eine Residenz des russischen Präsidenten Wladimir Putin wird nach Angaben des Kreml zu einer härteren russischen Position bei möglichen Friedensverhandlungen führen. "Diese terroristische Aktion zielt darauf ab, den Verhandlungsprozess zum Scheitern zu bringen", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Dienstag vor Journalisten. Die diplomatische Konsequenz werde eine Verschärfung der Verhandlungsposition der Russischen Föderation sein. Das russische Militär wisse zudem, wie und wann es zu reagieren habe.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte die russischen Anschuldigungen als "eine weitere Runde von Lügen" zurückgewiesen. Diese zielten darauf ab, zusätzliche Angriffe gegen die Ukraine zu rechtfertigen und den Krieg zu verlängern. Der ukrainische Außenminister Andrij Subiha rief andere Länder auf, nicht auf die russischen Vorwürfe zu reagieren. Russland habe auch einen Tag nach dem angeblichen Angriff keine Beweise vorgelegt, sagte er: "Weil es keine gibt. Keine solche Attacke hat stattgefunden."
Kreml-Sprecher Peskow sagte, die Ukraine leugne den Angriff und viele westliche Medien würden sich dem anschließen. "Dies ist eine völlig wahnwitzige Behauptung." Wo sich Präsident Wladimir Putin zum Zeitpunkt des Angriffs aufhielt, wollte Peskow nicht sagen. Auf die Frage nach physischen Beweisen erklärte er, die Luftabwehr habe die Drohnen abgeschossen. Die Frage nach den Wrackteilen sei jedoch eine für das Verteidigungsministerium.