
München, 29. Dez (Reuters) - Der KI-Boom schlägt die Börsen weltweit in seinen Bann. Der Chipkonzern NvidiaNVDA.O ist im abgelaufenen Jahr zum wertvollsten Unternehmen der Welt avanciert und hat mit einem Börsenwert von 4,63 Billionen Dollar (Stand: 29. Dezember vor Handelsstart) den langjährigen Spitzenreiter AppleAAPL.O (4,04 Billionen Dollar) abgelöst, wie aus Daten des Londoner Börsenbetreibers und Datenanbieters LSEG und Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters hervorgeht. Die Google-Muttergesellschaft AlphabetGOOGL.O hat sich von Platz vier auf drei nach vorne gearbeitet und dabei MicrosoftMSFT.O überholt. Ihr Börsenwert von 3,79 Billionen Dollar hätte 2024 noch zur Spitzenposition gereicht.
Auch der Chipkonzern BroadcomAVGO.O als Siebter und der Auftragsfertiger TSMC2330.TW profitieren von der reißenden Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz (KI). TSMC ist der einzige Neuling unter den Top Ten und nach dem arabischen Ölriesen Saudi Aramco2222.SE das zweitschwerste Unternehmen, das nicht aus den USA kommt. Ansonsten dominieren wie gehabt die US-Konzerne das Bild. Unter den wertvollsten 20 Börsenwerten sind sie 16-mal vertreten, unter den Top 100 sind es 62. Zwölf Unternehmen weltweit erreichen inzwischen einen Börsenwert von mehr als einer Billion Dollar - vor drei Jahren waren es erst vier.
Aus den USA kommt auch der Shooting Star der Rangliste: Der auf Datensicherheit und -überwachung spezialisierte Softwareanbieter PalantirPLTR.O schoss von Platz 79 auf 22 und hat seine Marktkapitalisierung um 160 Prozent auf 450 Milliarden Dollar gesteigert.
ASML IST IN EUROPA DIE NUMMER EINS
Europa hinkt im Börsen-Ranking weiterhin hinterher. Das wertvollste europäische Unternehmen ist der niederländische Chipkonzern ASMLASML.AS, der mit knapp 412 Milliarden Dollar auf Platz 24 vorgerückt ist. Der Spitzenreiter aus Deutschland, der Walldorfer Softwarekonzern SAPSAPG.DE, hat als 44. (2024: 32.) mit einem Börsenwert von 300 Milliarden Dollar Boden im weltweiten Vergleich verloren. Abgestürzt ist der europäische Börsen-Liebling von 2024, die dänische Novo NordiskNOVOb.CO von Platz 24 auf 68. Deren Abnehmpille "Wegovy" hat ihr Alleinstellungsmerkmal längst verloren.
Unter den Top 100 finden sich wie vor einem Jahr drei deutsche Unternehmen: Der Technologiekonzern SiemensSIEGn.DE hat sich mit einem Börsenwert von 224 Milliarden Dollar auf Rang 72 (2024: 93) vorgearbeitet, der Versicherungsriese AllianzALVG.DE hat es als 98. (2024: 134.) mit 175 Milliarden Dollar ebenfalls knapp unter die 100 schwersten börsennotierten Unternehmen geschafft. Die Deutsche TelekomDTEGn.DE konnte ihren Platz in der ersten Liga mit 158,5 Milliarden Dollar nicht halten - ihre US-Tochter T-MobileTMUS.O ist mit 225 Milliarden Dollar dagegen als 73. drin. Mit dem französisch-deutschen Flugzeugbauer AirbusAIRG.DE ist ein weiteres Dax-Unternehmen als 91. (2024: 126.) vertreten. Deutsche Wurzeln hat auch der Industriegasekonzern LindeLIN.DE, der vom 61. auf den 85. Platz zurückgefallen ist.
NESTLE MUSS NOVARTIS VORBEIZIEHEN LASSEN
Unter den Schweizer Börsen-Schwergewichten hat sich die Rangfolge geändert. Nummer eins bleibt zwar RocheROG.S. Der Chemie- und Pharmariese steht weltweit mit einem Börsenwert von 340 Milliarden Dollar auf Platz 35 (2024: 46), Zweiter ist nun NovartisNOVN.S mit 295 Milliarden Dollar auf Rang 46 (66). Weiter abwärts ging es dagegen mit NestleNESN.S: vom 51. auf den 57. Platz.
Fünf deutsche Unternehmen kommen Ende des Jahres auf einen Börsenwert von mehr als 100 Milliarden Dollar. Neu in diesem Kreis ist Siemens EnergyENR1n.DE (122 Milliarden), die ihren Aktienkurs seit dem Frühjahr mehr als verdreifacht hat. Unter den weltweiten Top 300 finden sich insgesamt acht Konzerne aus Deutschland, vor einem Jahr waren es nur fünf. Von den deutschen Autobauern, einst die Aushängeschilder in der Rangliste, ist längst keiner mehr vertreten.