
Berlin, 18. Dez (Reuters) - Seit Juli sind die ersten 166 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Rahmen des sogenannten 1000-Köpfe-Programms ausgewählt worden. Das gab Bundesforschungsministerin Dorothee Bär am Donnerstag in Berlin bekannt. "Angesichts des zunehmenden Drucks auf die Wissenschaftsfreiheit weltweit suchen viele Forscherinnen und Forscher nach neuen Möglichkeiten, um ihre Forschung und Karriere fortzusetzen", sagte sie. Das 1000-Köpfe-Plus-Programm der Bundesregierung mit einem Volumen von mehr als 600 Millionen Euro sei deshalb zum richtigen Zeitpunkt gekommen. Die ersten Kandidaten kämen aus 25 Ländern.
Das Programm war - wie in anderen EU-Staaten - als Reaktion auf die wissenschaftskritische Politik von US-Präsident Donald Trump aufgelegt worden. Die Bundesregierung und die deutschen Wissenschaftsorganisationen hatten allerdings betont, dass sie keine aggressive Anwerbung von US-Wissenschaftlern betreiben wollten. Bär bezeichnete das Programm auch als eine Antwort auf den dringenden Bedarf an Fachkräften und exzellenter Forschung in Deutschland. Neben den 227 Millionen Euro Haushaltsmitteln des Forschungsministeriums hat die Bundesregierung weitere 375 Millionen Euro für die Jahre 2026 bis 2029 aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität vorgesehen.
Zu den vorgestellten Wissenschaftlern gehören der kanadische Photonik-Experte Patrizio Antici, der spanische Biodiversitäts-Experte Adrià Bellvert, der chilenische Psychologe Víctor Hugo Masías Hinojosa sowie die zuletzt in den USA forschende Biomedizinprofessorin Karen Christman, die KI-Bildgebungsexpertin Sevgi Gokce Kafali Tekat und der Bioingenieur Johannes Stein.