
Houston, 17. Dez (Reuters) - Venezuelas Ölkunden, darunter chinesische Raffinerien, fordern nach der Beschlagnahmung eines Tankers durch die USA höhere Rabatte und geänderte Vertragsbedingungen. Das berichteten Händler und mit der Angelegenheit vertraute Personen am Dienstag. Die US-Küstenwache hatte vergangene Woche erstmals ein Schiff mit Rohöl des Opec-Landes abgefangen. Zudem verhängte Washington Sanktionen gegen sechs weitere Schiffe und deren Eigner.
Insidern zufolge haben sich die Preisnachlässe für die venezolanische Hauptsorte Merey für Lieferungen nach China auf bis zu 21 Dollar pro Barrel unter dem Referenzpreis für die Nordseesorte Brent ausgeweitet. Ein Großteil des Anstiegs spiegele die gestiegenen Kosten für eine sogenannte Kriegsklausel wider, die Schiffseigner zum Schutz vor Beschlagnahmungen oder Verzögerungen verlangten. Der staatliche Ölkonzern PDVSA steht zudem in starkem Wettbewerb mit ebenfalls sanktioniertem Öl aus Russland und dem Iran, das den chinesischen Käufern in großen Mengen zur Verfügung steht.
Viele Kunden forderten PDVSA auf, die Handelsbedingungen zulockern. Dies betreffe insbesondere die Forderung, dass Ölladungen vor dem Auslaufen in digitaler Währung vorausbezahlt werden müssen. Die venezolanische Ölministerin erklärte dem Ministerium und PDVSA zufolge, der Betrieb des Unternehmens werde durch die US-Maßnahmen nicht unterbrochen. Zusätzlich legte ein Cyberangriff in dieser Woche die Verwaltungssysteme lahm und zwang zu einer vorübergehenden Aussetzung der Öllieferungen.