
New York/Washington, 11. Dez (Reuters) - Der chinesische Telekomausrüster ZTE000063.SZ könnte Insidern zufolge ein langjähriges Korruptionsverfahren in den USA außergerichtlich beilegen. Im Rahmen eines solchen Vergleichs werde das Unternehmen voraussichtlich mehr als eine Milliarde Dollar zahlen, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen am Donnerstag. Die Summe könnte auf mehr als zwei Milliarden Dollar steigen. Die Höhe hänge unter anderem vom Umfang der mithilfe von Bestechung erzielten Gewinne ab. Ohne einen Vergleich könnte ZTE von den USA mit Sanktionen belegt werden. Diese Sanktionen würden es US-Firmen verbieten, Geschäfte mit dem chinesischen Konzern zu machen. Betroffen wären unter anderem Chiphersteller wie QualcommQCOM.O oder AMDAMD.O.
ZTE ist nach eigenen Angaben in kontinuierlichem Austausch mit den US-Behörden. Die chinesische Botschaft in Washington teilte mit, sie kenne die Details des Falls nicht. Das US-Justizministerium wollte sich zu diesem Thema nicht äußern.
ZTE steht seit vielen Jahren weltweit unter Beobachtung, weil sich der Konzern durch Korruption Aufträge gesichert haben soll. Das US-Justizministerium ermittele gegen den Rivalen von EricssonERICb.ST und NokiaNOKIA.HE derzeit unter anderem wegen des Verdachts auf kriminelle Verschwörung zur Bestechung, sagte einer der Insider.
Für den Konzern wäre es nicht die erste milliardenschwere Zahlung im Zusammenhang mit Verstößen gegen US-Gesetze. Das Unternehmen hatte sich 2017 schuldig bekannt, die Beschränkungen für Exporte in den Iran missachtet zu haben. Damals verhängten die Behörden eine Strafe von knapp einer Milliarde Dollar. Gegen Zahlung einer weiteren Milliarde Dollar hob die US-Regierung die zwischenzeitlichen Sanktionen gegen ZTE auf.
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