
Magdeburg/Berlin, 29. Nov (Reuters) - Bundeskanzler Friedrich Merz hat davor gewarnt, dass die USA ihre umstrittene Politik gegenüber den europäischen Staaten nicht mehr verändern werden. Die schwarz-rote Koalition habe beim Regierungsantritt einen US-Präsidenten Donald Trump "vorgefunden", "der angefangen hat, mit einer rigorosen Zollpolitik die Interessen Amerikas wahrzunehmen und dies überwiegend auf Kosten anderer - auch auf Kosten der Bündnispartner, der Freunde jenseits des Atlantiks, hier in Europa, auch hier in Deutschland", sagte Merz am Samstag auf dem CDU-Landesparteitag Sachsen-Anhalt in Magdeburg.
"Es wird auf absehbare Zeit auch so bleiben. Da wird sich vermutlich nicht sehr viel daran ändern. Es könnte sogar noch kritischer werden, je nachdem, wer ihm dann im Amt folgt", fügte der Kanzler mit Blick auf den 79-jährigen US-Präsidenten hinzu. Die USA hätten sich seit langem "fundamental" verändert. "Deswegen müssen wir gleich mehrfach dafür sorgen, dass nicht nur Deutschland wieder stark wird", sagte er. "Wir müssen Abhängigkeiten reduzieren." Merz verwies auch auf China, das "nach innen immer repressiver und nach außen immer aggressiver wird". Derzeit laufe die Entwicklung darauf hinaus, dass zwei Großmächte für sich Einflusssphären definierten. Im südchinesischen Meer könne dies zu Konflikten führen.