
08. Sep (Reuters) - Es folgen Entwicklungen rund um den seit dem 7. Oktober 2023 dauernden Krieg zwischen Israel und der radikalen Palästinenserorganisation Hamas im Gazastreifen sowie um den Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz im Libanon. Zum Teil lassen sich die Angaben nicht unabhängig überprüfen:
15.45 Uhr - Spanien beordert nach einem Antisemitismus-Vorwurf aus Israel seinen Botschafter in Tel Aviv zu Konsultationen zurück. Das teilt das Außenministerium in Madrid mit. Der israelische Außenminister Gideon Saar hatte der spanischen Regierung wegen neuer Maßnahmen gegen Schiffe und Flugzeuge mit Ziel Israel "Antisemitismus" vorgeworfen. Saar kritisierte die Regierung in Madrid zudem, mit den Maßnahmen von Korruptionsskandalen ablenken zu wollen.
12.45 Uhr - Der Menschenrechtskommissar der Vereinten Nationen (UN), Volker Türk, kritisiert Israel wegen der "Massentötung" palästinensischer Zivilisten im Gazastreifen und der "Behinderung ausreichender lebensrettender Hilfe". Israel müsse sich vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) verantworten. Türk geht nicht so weit, den Krieg als einen sich entfaltenden Völkermord zu bezeichnen. Dazu haben ihn unlängst Hunderte UN-Mitarbeiter in einem offenen Brief gedrängt. Doch in seiner Eröffnungsrede zur 60. Sitzung des Menschenrechtsrats in Genf drückt Türk sein Entsetzen über den "offenen Gebrauch völkermörderischer Rhetorik" und die "schändliche Entmenschlichung" der Palästinenser durch ranghohe Vertreter Israels aus. "Israels Massentötung palästinensischer Zivilisten im Gazastreifen, die Verursachung unbeschreiblichen Leidens und umfassender Zerstörung, die Verhinderung ausreichender lebensrettender Hilfe und der daraus resultierende Hungertod der Zivilbevölkerung, die Tötung von Journalisten und die Begehung eines Kriegsverbrechens nach dem anderen schockieren das Gewissen der Welt", sagt Türk. "Israel muss sich vor dem Internationalen Gerichtshof verantworten, und die Beweislage nimmt weiter zu." Er bezieht sich auf ein IGH-Urteil vom Januar, wonach Israel verpflichtet ist, Völkermord zu verhindern.
12.10 Uhr - Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben eine im Jemen gestartete Drohne abgefangen. In der Nähe der südisraelischen Stadt Eilat warnen Sirenen vor dem Eindringen eines feindlichen Fluggerätes. Erst am Sonntag war der Betrieb am Flughafen Ramon bei Eilat zeitweise eingestellt worden, nachdem eine Drohne aus dem Jemen in der Ankunftshalle eingeschlagen war.
11.55 Uhr - Die Zahl der Todesopfer bei dem Anschlag an einer Bushaltestelle in Jerusalem steigt auf sechs. Dies teilt der israelische Außenminister Gideon Saar bei einem Besuch in Budapest mit. Unter den Verletzten sei auch eine schwangere Frau. Der israelische Rettungsdienst hatte zuvor von fünf Toten gesprochen.
10.18 Uhr - Spanien untersagt Schiffen und Flugzeugen mit Waffen für Israel die Nutzung seiner Häfen und seines Luftraums. Ministerpräsident Pedro Sanchez kündigt weiter an, die Hilfe für die Palästinensische Autonomiebehörde und UN-Palästinenserhilfswerk UNRWA werde aufgestockt. Geplant sei auch ein Embargo für Waren aus jüdischen Siedlungen im besetzten Westjordanland. Spanien wertet das Vorgehen der israelischen Armee im Gazastreifen als Völkermord und verbietet allen Personen die Einreise, die direkt daran beteiligt sein sollen. Israel kontert mit einem Einreiseverbot für Arbeitsministerin Yolanda Diaz und Jugendministerin Sira Rego und wirft der Regierung in Madrid Antisemitismus vor.
09.40 Uhr - Bei Schüssen am Rande von Jerusalem sind israelischen Medienberichten zufolge vier Menschen getötet worden. Rettungsdienste sprachen von 15 Opfern, die Polizei zunächst von mehreren Verletzten. Die Täter seien getötet worden, teilt die Polizei mit. Die Polizei bezeichnet sie als "Terroristen". Wer hinter der Tat steckt oder was das Motiv ist, ist zunächst unklar.