
Wien, 08. Sep (Reuters) - Die UN-Atomenergiebehörde IAEA macht nach den Worten ihres Chefs Rafael Grossi Fortschritte bei den Gesprächen mit der iranischen Führung über die vollständige Wiederaufnahme der Inspektionen in der Islamischen Republik. "Es ist noch Zeit, aber nicht viel", warnte Grossi am Montag in Wien zugleich. Er hoffe sehr auf einen erfolgreichen Abschluss der Gespräche in den nächsten Tagen, sagte Grossi vor dem Gouverneursrat der IAEA.
Vergangene Woche hatte Grossi in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, der Iran fordere Geheimhaltung des Standorts seines hochangereicherten Urans. Dafür gebe es jedoch Lösungen. Die aktuellsten Informationen über die Bestände an hochangereichertem Uran im Iran stammten vom Juni, vor dem Angriff Israels und der USA. Er denke, dass das Material größtenteils noch vorhanden sei. Der Iran sei weitgehend in der Lage, weitere Zentrifugen zur Uran-Anreicherung herzustellen.
Gespräche des Westens mit dem Iran über dessen Atomprogramm liegen derzeit auf Eis. Die europäischen E3-Staaten Deutschland, Frankreich und Großbritannien hatten Ende August ein Verfahren zur Wiedereinführung von UN-Sanktionen gegen den Iran eingeleitet. Sie reagieren damit auf den schrittweisen Rückzug des Irans aus dem Abkommen zur Begrenzung seines Atomprogramms. Der Westen wirft Teheran vor, nach Nuklearwaffen zu streben, was der Iran zurückweist.