
Berlin/Jülich, 05. Sep (Reuters) - Kanzler Friedrich Merz sieht den neuen Supercomputer "Jupiter" im Forschungszentrum Jülich als wichtigen Beitrag zur KI-Aufholjagd Europas gegenüber den USA und China. "Ich habe gelernt, dass wir allein mit Jupiter die in Deutschland für KI verfügbare Rechenleistung heute um das 20-Fache gesteigert sehen", sagte der Kanzler am Freitag bei der offiziellen Einweihung des Computers. Dieser kann eine Trillion Rechenschritte pro Sekunde abarbeiten - laut Kanzler so viele wie zehn Millionen normale Laptops zusammen. "Jupiter" gilt damit als schnellster Rechner Europas.
Merz bezeichnete es als Schlüsselaufgabe Deutschlands und Europas, bei der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) an die Weltspitze anzuschließen. "Wir brauchen in Deutschland und in Europa insgesamt souveräne Rechenkapazitäten." Dies sei eine Frage der Wettbewerbsfähigkeit und der Sicherheit. Merz forderte, dass Deutschland "mindestens eines" der bis zu fünf in der EU ausgeschriebenen, besonders leistungsstarken Rechenzentren der nächsten Kategorie bekommen müsse, also sogenannte KI-Gigafactories.
Das Forschungszentrum Jülich im Westen von Nordrhein-Westfalen ist an mindestens einer von mehreren Bewerbungen aus Deutschland prominent beteiligt. "Wenn die Konsortialpartner jetzt ihre Ansätze bündeln, dann stehen die Aussichten sehr gut, dass wir uns gegen starke europäische Konkurrenz durchsetzen können", sagte Merz.
"Jupiter" arbeitet mit NvidiaNVDA.O-Rechnerchips. Supercomputer werden auch vom Militär sowie etwa für die Klimaforschung und die Berechnung großer Wettermodelle eingesetzt. EU-Kommissionsmitglied Ekaterina Sachariewa wies darauf hin, dass "Jupiter" der energieeffizienteste Supercomputer der Welt sei. Das System basiere ausschließlich auf erneuerbaren Energien und verfüge über modernste Kühlung und Energiewiederverwendung.
"Der Supercomputer Jupiter stärkt Deutschlands digitale Souveränität", sagte Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. Mit ihm stoße Deutschland in die Weltspitze der Hochleistungscomputer vor. Wichtig sei, dass der Zugang zu "Jupiter" für Startups und etablierte Unternehmen möglichst unbürokratisch eröffnet werde.
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