
Washington, 04. Sep (Reuters) - Der frühere Nationale Sicherheitsberater und Kritiker von US-Präsident Donald Trump steht im Visier von Bundesermittlern. Gegen John Bolton werde wegen des möglichen unbefugten Besitzes von Geheiminformationen ermittelt, wie am Donnerstag aus veröffentlichten Gerichtsunterlagen hervorgeht. In einem Antrag auf einen Durchsuchungsbefehl werden mögliche Verstöße gegen zwei Gesetze genannt, darunter das Spionagegesetz.
Die US-Bundespolizei FBI durchsuchte am 25. August Boltons Haus im Bundesstaat Maryland. Einem weiteren Dokument zufolge wurden dabei unter anderem zwei Mobiltelefone und Dokumente in Ordnern mit der Aufschrift "Trump I-IV" beschlagnahmt. Boltons Anwalt erklärte, bei den mitgenommenen Materialien handle es sich um "die üblichen Unterlagen einer 40-jährigen Karriere im Dienste dieses Landes". Eine gründliche Prüfung werde zeigen, dass Bolton nichts Unangemessenes aufbewahrt habe.
Trump selbst war nach seiner ersten Amtszeit wegen des Vorwurfs des falschen Umgangs mit Geheimdokumenten nach dem Spionagegesetz angeklagt worden. Das Verfahren wurde jedoch inzwischen eingestellt.
Während Trumps erster Amtszeit war Bolton unter anderem Nationaler Sicherheitsberater im Weißen Haus. Später entwickelte er sich zu einem scharfen Kritiker. Das Justizministerium unter der Trump-Regierung geht zurzeit gegen mehrere Widersacher vor. Zuletzt griff Trump auch andere ehemalige Verbündete an, wie den früheren Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, der mittlerweile ebenfalls ein scharfer Kritiker des Präsidenten ist. Auch Milliardär und Investor George Soros und dessen Sohn nahm die US-Regierung wegen vermeintlicher Unterstützung von Protesten ins Visier.