
Berlin, 02. Sep (Reuters) - Nach Angaben der Präsidentin der Wissenschaftskonferenz, Bettina Martin, gibt es in den USA hohes Interesse am Forschungsstandort Deutschland. Es habe bei der Jahrestagung des German Academic International Networks (GAIN) in Boston eine "außergewöhnlich hohe Teilnehmendenzahl" gegeben, darunter viele internationale Wissenschaftler, teilte die Wissenschaftsministerin von Mecklenburg-Vorpommern am Dienstag mit. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump setze die Wissenschaft in den USA mit massiven Kürzungen und Einschränkungen unter erheblichen Druck und greife die Wissenschaftsfreiheit an. "Es besteht große Unsicherheit, und bei vielen geht die Angst um", sagte die SPD-Politikerin zu ihren Gesprächen in Boston. "Die wissenschaftsfeindlichen Entwicklungen sind absolut inakzeptabel und müssen uns auch in Deutschland große Sorgen bereiten", fügte sie hinzu. Sie begrüße das 1000-Köpfe-Plus-Programm der Bundesregierung, mit dem man exzellente Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler anwerben könne.
Hintergrund ist, dass die US-Regierung zunehmend rigide gegen missliebige Forschungszweige in den USA vorgeht. Betroffen sind Bereiche wie die Klima-, Gender-, aber auch Medizinforschung. Mehrere EU-Staaten haben deshalb Programme zur Aufnahme von Wissenschaftlern aus den USA aufgelegt.