
Peking, 02. Sep (Reuters) - Chinas Präsident Xi Jinping hat am Dienstag mit dem Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin und des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un in Peking einen Schulterschluss gegen den Westen demonstriert. Der Besuch gilt als Zeichen der Solidarität mit den Ländern, die vom Westen wegen ihrer Rolle im seit dreieinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine international isoliert werden.
Xi empfing zunächst Putin zu Gesprächen in der Großen Halle des Volkes und später in seiner Privatresidenz, wobei er ihn seinen "alten Freund" nannte. Einige Stunden danach wurde Kims gepanzerter Zug bei seiner Ankunft in der chinesischen Hauptstadt von Reportern der Nachrichtenagentur Reuters beobachtet. Am Mittwoch sollen die drei Staatschefs im Mittelpunkt einer großen Militärparade zum 80. Jahrestag der Kapitulation Japans und des Endes des Zweiten Weltkriegs in Asien stehen, bei der Xi seine Vision einer neuen Weltordnung vorstellen will. Dies steht im Kontrast zur "America-First"-Politik von US-Präsident Donald Trump, die die westlichen Bündnisse belastet hat.
Erwartet wird, dass es am Rande der Zusammenkunft in Peking auch um Fragen der Sicherheit gehen wird. 2024 hatten Russland und Nordkorea einen militärischen Pakt unterzeichnet, eine ähnliche Vereinbarung besteht auch zwischen Nordkorea und China. Kim ist ein wichtiger Akteur im Ukraine-Krieg. Der nordkoreanische Machthaber hat mehr als 15.000 Soldaten zur Unterstützung von Putins Angriffskrieg entsandt. Nach Angaben des südkoreanischen Geheimdienstes wurden etwa 600 nordkoreanische Soldaten bei Kämpfen in der russischen Region Kursk getötet. Im Jahr 2024 empfing Kim zudem den russischen Präsidenten in Pjöngjang. Es war der erste Gipfel dieser Art seit 24 Jahren und wurde weithin als Affront gegen Xi gewertet.
Für die Parade zum "Tag des Sieges" am Mittwoch wurden in der chinesischen Hauptstadt umfangreiche Vorbereitungen getroffen. Die Innenstadt von Peking ist seit Wochen durch Sicherheitsmaßnahmen lahmgelegt. Neben der Präsentation modernster Militärtechnik vor schätzungsweise 50.000 Zuschauern planen die Organisatoren, mehr als 80.000 "Friedenstauben" aufsteigen zu lassen.