
Guatemala-Stadt, 01. Sep (Reuters) - Im Streit über die Abschiebung Minderjähriger kommt die guatemaltekische Regierung US-Präsident Donald Trump zu Hilfe. Präsident Bernardo Arévalo erklärte sich am Montag bereit, bis zu 150 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge pro Woche aus den USA aufzunehmen. Zuvor hatte eine US-Bundesrichterin einem Eilantrag stattgegeben und die Abschiebung von zehn guatemaltekischen Kindern gestoppt. Nach Regierungsangaben wurden die Kinder, die bereits im Flugzeug saßen, in Heime für Flüchtlinge gebracht.
Kinder ohne Begleitung von Angehörigen haben schon in vielen Fällen die US-Grenze überquert. Oft wollen sie bei bereits im Land lebenden Verwandten wohnen. Sie haben gesetzlichen Anspruch auf besonderen Schutz, während ihre Asyl- und Einwanderungsanträge bearbeitet werden. Trump hatte im Wahlkampf versprochen, mehr Migranten abzuschieben als seine Vorgänger.
Die Regierung in Guatemala-Stadt habe sich mit den USA über die Aufnahme der unbegleiteten Minderjährigen abgestimmt, sagte Arévalo vor Journalisten. "Die Entscheidung über die Abschiebung (...) liegt jedoch bei der US-Regierung", erklärte er. Der von Bezirksrichterin Sparkle Sooknanan angeordnete Stopp der Abschiebungen der Minderjährigen gilt für 14 Tage. In Gewahrsam der amerikanischen Behörden befinden sich Hunderte von unbegleiteten guatemaltekischen Minderjährigen.
Die Anwälte der Kinder im Alter von zehn bis 17 Jahren hatten argumentiert, die Abschiebungen seien eine klare Verletzung der Schutzbestimmungen, die der US-Kongress den schutzbedürftigen Kindern gewährt habe. Zudem könnten die Kinder Gefahren und Missbrauch ausgesetzt sein, wenn sie nach Guatemala zurückkehrten.