
27. Aug (Reuters) - Es folgen Entwicklungen rund um die Konflikte im Nahen Osten. Zum Teil lassen sich Angaben nicht unabhängig überprüfen:
20.06 Uhr - Alle Mitglieder des UN-Sicherheitsrats mit Ausnahme der USA bezeichnen die Hungersnot im Gazastreifen als von Menschen verursacht. Der Einsatz von Hunger als Kriegswaffe sei nach dem humanitären Völkerrecht verboten, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der 14 Staaten mit Blick auf Israel. Sie fordern einen sofortigen, bedingungslosen und dauerhaften Waffenstillstand, die Freilassung aller von der Hamas und anderen Gruppen festgehaltenen Geiseln sowie eine deutliche Aufstockung der Hilfe für den gesamten Gazastreifen. Israel müsse zudem umgehend und ohne Bedingungen alle Beschränkungen für Hilfslieferungen aufheben. Die Staaten sprechen der internationalen Organisation IPC das Vertrauen aus. Nach IPC-Angaben hungern über eine halbe Million Menschen im Gazastreifen. Israel hat IPC zur Rücknahme des Berichtes aufgefordert.
19.53 Uhr - Israel fordert Hilfsorganisationen auf, einen Bericht über Hungersnot im Gazastreifen zurückzuziehen. "Der Bericht ist zutiefst fehlerhaft, unprofessionell und entspricht in keiner Weise den Standards, die man von einem internationalen Gremium erwartet, das mit einer so ernsten Verantwortung betraut ist", schreibt der Generaldirektor des Außenministeriums, Eden Bar Tal, an die Organisation Integrated Food Security Phase Classification (IPC). Die IPC ist eine Initiative von 21 Hilfsgruppen und UN-Organisationen, die unter anderem von der EU und Deutschland finanziert wird. Sie hatte vergangenen Freitag eine Untersuchung veröffentlicht, nach der über eine halbe Million Menschen im Norden des Gazastreifens nicht genug zu essen bekommen. Der israelische Diplomat erklärt, es gebe Anzeichen dafür, dass Daten erfunden, herausgepickt oder ignoriert worden seien. Belege führt er zunächst nicht auf.
15.50 Uhr - Israel wird im Süden des Gazastreifens nach eigenen Angaben zwei humanitäre Zentren einrichten. Dort sollen Palästinenser nach der geplanten Einnahme von Gaza-Stadt aufgenommen werden, wie die Streitkräfte mitteilen. Die Gesamtzahl der Zentren steigt damit auf fünf. Das von der radikalislamischen Hamas kontrollierte Gesundheitsministerium im Gazastreifen teilt unterdessen mit, zehn weitere Menschen seien an Unterernährung und Hunger gestorben. Die Zahl der Todesopfer aus diesen Gründen steige damit seit Kriegsbeginn auf 313. Israel zweifelt die Angaben des Ministeriums an.
14.00 Uhr - Die Bundesregierung hält die bisherigen Untersuchungen der israelischen Regierung zum Beschuss des Nasser-Krankenhauses im Gazastreifen für nicht ausreichend. "Die Arbeit ist nicht abgeschlossen", sagt ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin. Es sei eine "umfassende Untersuchung" erforderlich. Die Geschehnisse "werfen sehr, sehr ernsthafte Fragen auf, die geklärt werden müssen", betont er. Am Montag waren bei dem Beschuss der Klinik auch fünf Journalisten getötet worden, darunter ein Kameramann der Nachrichtenagentur Reuters.
04.45 Uhr - Die Hamas bestreitet, dass es sich bei den Palästinensern, die bei dem israelischen Angriff auf das Nasser-Krankenhaus im Gazastreifen am Montag getötet wurden, um Militante handelte. Das Medienbüro der militanten Palästinenserorganisation erklärte in einer Stellungnahme, alle Getöteten seien Zivilisten gewesen. Das Büro fügte hinzu, dass zwei der sechs von Israel getöteten Palästinenser, die Israel als Hamas-Mitglieder identifiziert haben will, bei separaten Angriffen an einem anderen Ort getötet worden seien. Israel hatte zuvor erklärt, bei dem Angriff sechs Militante getötet zu haben. Zudem wolle man untersuchen, wie Zivilisten, darunter fünf Journalisten, ums Leben kamen.
03.45 Uhr - Das US-Außenministerium kündigt ein Treffen zwischen US-Außenminister Marco Rubio und dem israelischen Außenminister Gideon Saar in Washington an. Wie das Ministerium weiter mitteilt, ist das Treffen für Mittwoch geplant.
01.50 Uhr - Dem US-Sondergesandten Steve Witkoff zufolge wird US-Präsident Donald Trump am Mittwoch im Weißen Haus ein Treffen zum Thema Gaza leiten. Auf die Frage, ob es einen Nachkriegsplan für den Gazastreifen gebe, sagte Witkoff dem US-Sender Fox News: "Ja, wir haben morgen ein großes Treffen im Weißen Haus, das vom Präsidenten geleitet wird, und wir werden einen sehr umfassenden Plan für den kommenden Tag zusammenstellen." Auf die Frage, ob Israel etwas anderes tun sollte, um den Krieg zu beenden, antwortete Witkoff: "Wir denken, dass wir die Angelegenheit auf die eine oder andere Weise klären werden, sicherlich noch vor Ende dieses Jahres." Israel sei offen für weitere Gespräche mit der Hamas, sagte Witkoff weiter und fügte hinzu, dass auch die Hamas für eine Einigung offen sei.
01.30 Uhr - Bei israelischen Drohnenangriffen in der Umgebung von Damaskus sind nach Angaben des staatlichen syrischen Fernsehsenders El Ekhbariya sechs syrische Soldaten getötet worden. Syrien erklärte am Montag, Israel habe 60 Soldaten in sein Hoheitsgebiet in der Nähe des Hermongebirges entsandt und damit seine Souveränität verletzt. Das israelische Militär erklärte, seine Truppen hätten eine Routineoperation im Süden Syriens durchgeführt. Das syrische Außenministerium verurteilte am Dienstag die jüngsten israelischen Angriffe auf sein Hoheitsgebiet. Syrien und Israel führen derzeit von den USA vermittelte Gespräche über eine Deeskalation der Lage in Südsyrien. Eine israelische Stellungnahme zu dem Vorfall der getöteten Soldaten lag zunächst nicht vor.