
Washington, 26. Aug (Reuters) - US-Handelsminister Howard Lutnick verteidigt die Pläne von Präsident Donald Trump für Staatsbeteiligungen an US-Unternehmen wie IntelINTC.O und bringt eine Ausweitung auf die Rüstungsindustrie ins Spiel. "Sie denken darüber nach", sagte Lutnick am Dienstag dem Sender CNBC und bezog sich dabei auf führende Vertreter des Verteidigungsministeriums. "Es muss noch viel darüber gesprochen werden, wie wir unsere Munitionsbeschaffung finanzieren." Lutnick verwies darauf, dass der Rüstungskonzern Lockheed MartinLMT.N 97 Prozent seiner Einnahmen im Geschäft mit Washington erziele. "Die sind im Grunde ein Arm der US-Regierung."
Präsident Trump hatte am Montag erklärt, er wolle mehr in gesunde amerikanische Unternehmen investieren. Kritiker warnen jedoch, eine solche Rolle der Regierung könne die Unternehmensstrategien und den Markt einschränken.
Die Trump-Regierung hatte vergangene Woche eine Beteiligung von knapp zehn Prozent am Chiphersteller Intel bekanntgegeben. Die Beteiligung ist die jüngste in einer Reihe ungewöhnlicher Vereinbarungen der US-Regierung mit Unternehmen. So erhält der amerikanische Staat als Gegenleistung für Exportgenehmigungen für bestimmte Chips nach China 15 Prozent der dortigen Umsätze des Herstellers NvidiaNVDA.O. Zudem soll das Pentagon größter Anteilseigner des Bergbauunternehmens MP MaterialsMP.N werden, um die Produktion von Seltenerdmagneten zu steigern. Bei der Übernahme von U.S. Steel durch die japanische Nippon Steel5401.T handelte die Regierung eine "goldene Aktie" mit bestimmten Vetorechten für sich aus.
Bei Experten und in der Opposition stößt das auf teils beißende Kritik. "Es lebe der Vorsitzende Trump", schrieb etwa der demokratische Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, auf X. "Mit seinem glorreichen 10-Prozent-Kauf von Intel betritt die Sozialistische Republik Amerika eine kühne neue Ära der staatlich geführten Unternehmen."