
Beirut, 25. Aug (Reuters) - Im Libanon stellt der Chef der Hisbollah-Miliz, Scheich Naim Kassem, die Legitimität der Regierung infrage. Falls die Regierung weitermache wie bisher, könne man nicht darauf vertrauen, dass sie die Souveränität des Landes schützen werde, erklärte er am Montag vor dem Hintergrund der wachsenden Spannungen wegen der geplanten Entwaffnung seiner radikal-islamischen Gruppierung. Kassem sagte, mit den Waffen verteidige man sich gegen die israelische Aggression. Die Hisbollah werde verhindern, dass Israel dauerhaft den Libanon besetze.
Seit dem kurzen Krieg zwischen Israel und der Hisbollah im vergangenen Jahr unterhält Israel Armeeposten im Süden des Libanon. Die Hisbollah wirft Israel vor, in Missachtung des Waffenstillstandsabkommens nicht alle Truppen aus dem Libanon abzuziehen. Erst müsse Israel das Abkommen vollständig umsetzen, danach könne über die Verteidigungsstrategie des Libanon gesprochen werden, sagte Kassem weiter.
Das libanesische Kabinett hatte Anfang August die Armee damit beauftragt, den Waffenbesitz auf die staatlichen Sicherheitskräfte zu beschränken. Die USA haben Insidern zufolge die Regierung gedrängt, die Entwaffnung der Hisbollah zu beschließen. Dies sei Voraussetzung dafür, dass Gespräche über ein Ende des israelischen Militäreinsatzes im Süd-Libanon wieder aufgenommen werden können.