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Thyssenkrupp-Stahlchef schlägt wegen Billigimporten Alarm

ReutersAug 22, 2025 3:26 PM

- von Tom Käckenhoff

- ThyssenkruppTKAG.DE-Stahlchef Dennis Grimm hat von der Politik eine klare Kante gegen zunehmende Billig-Stahlimporte gefordert und vor existenzbedrohenden Folgen für die europäische Stahlindustrie gewarnt. "Wir brauchen sofort wirksame Instrumente gegen den ungebremsten Zustrom von staatlich subventionierten Importen, vor allem aus Asien", erklärte Grimm am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. "Hier nichts zu tun, hat katastrophale Folgen für die europäische Stahlindustrie und gefährdet Partner entlang unserer Wertschöpfungskette." Weltweit gebe es Überkapazitäten von bald 700 Millionen Tonnen, was dem Sechsfachen der gesamten EU-Produktion entspreche. Chinesischer Stahl werde beispielsweise bis zu zehnmal höher subventioniert als in anderen OECD-Staaten. Zudem erlaube die EU trotz Sanktionen den Import großer Mengen russischen Stahls.

Die Stahlindustrie in Deutschland und Europa mit Playern wie Thyssenkrupp Steel Europe, SalzgitterSZGG.DE und ArcelorMittalMT.LU steckt seit Jahren in der Krise. Neben den Billig-Importen aus Fernost machen der Schwerindustrie eine schwache Nachfrage wichtiger Kunden wie der Automobilindustrie und des Maschinenbaus und hohe Energiekosten zu schaffen. Wegen der neuen Zölle in den USA befürchten die hiesigen Hersteller, dass der europäische Markt mit Stahl überflutet wird, der eigentlich für die USA gedacht war.

"Wir verlieren wichtige Aufträge an außereuropäische Wettbewerber, die bis zu 50 Prozent unter unseren Produktionskosten anbieten könnten", kritisierte Grimm. Er fordert einen deutlich stärkeren Handelsschutz. Der Manager verwies auf einen Vorschlag Frankreichs, der bei der EU auf dem Tisch liege. Dieser sehe eine Halbierung der zollfreien Importquoten sowie einen 50-prozentigen Zoll auf darüberhinausgehende Einfuhren vor. Die Kosteneffekte für Endkunden seien überschaubar und lägen bei etwa einem Euro für eine Waschmaschine oder rund 50 Euro für ein Auto. Elf EU-Länder unterstützten den Vorschlag, Deutschland als größtes europäisches Stahlland jedoch nicht. "Aus Sicht der Stahlindustrie erwarten wir, dass die Bundesregierung diesen richtigen und konsequenten Vorschlag unterstützt, den andere europäische Länder längst als notwendig anerkannt haben."

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