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Die EZB lehnt Stablecoins als Weg zu einem breiteren Euro-Einfluss ab

CryptopolitanMay 8, 2026 9:57 AM
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EZB-dent Christine Lagarde äußerte sich in einer Rede erneut skeptisch gegenüber Stablecoins. Selbst auf Euro lautende Stablecoins könnten Risiken für Banken und die Finanzstabilität bergen, erklärte sie. 

Christine Lagarde merkte an, dass Stablecoins eine der wenigen Innovationen im Kryptobereich seien, die sich von einem Randthema zu einem zentralen Anliegen der Regulierungsbehörden entwickelt hätten. 

Lagarde merkte an, dass Stablecoins mit einem Gesamtangebot von über 300 Milliarden US-Dollar weiterhin stark von zwei Hauptemittenten, Tether und Circle, abhängen. Über 90 % der Stablecoins sind in US-Dollar denominiert, was die begrenzte Rolle des Euro im Kryptobereich verdeutlicht. 

Mit zunehmender Verbreitung und engerer Verknüpfung mit dem realen Finanzsystem sind die damit verbundenen Risiken, insbesondere im Hinblick auf die Finanzstabilität, immer deutlicher in den Fokus gerückt. Diese Bedenken waren in Teilen Lateinamerikas und Afrikas besonders akut, sind aber mittlerweile auch in den Industrieländern fester Bestandteil der politischen Debatte“, sagte Lagarde in einer Rede auf dem Lateinamerika-Wirtschaftsforum der spanischen Zentralbank.

Lagarde warnte davor, dass selbst auf Euro lautende Stablecoins ein Risiko für die Finanzstabilität und die Wirkung der Geldpolitik darstellen. Zwar könnten diese Stablecoins den Einfluss des Euro stärken, doch Lagarde wies darauf hin, dass die Integration von Stablecoins in das Finanzsystem mit Kosten verbunden sein könnte.

, erwägt die EZB weiterhin die Einführung eines eigenen digitalen Euro Cryptopolitan berichtete bereits

Warum steht die EZB Stablecoins skeptisch gegenüber?

Die EZB hat Stablecoins über die Jahre hinweg untersucht und deren Auswirkungen auf das Wirtschaftssystem ständig neu bewertet.

Lagarde erklärte, Europa sei in der Debatte um Stablecoins relativ früh dabei gewesen und habe sein MiCAR-Framework vor dem US-amerikanischen Genius Act eingeführt. Die Einführung von MiCAR im Jahr 2024 zielte darauf ab, die Risiken für das Finanzsystem durch tracund teilweise Begrenzung von Liquiditätsflüssen einzudämmen.

Die EZB wird nicht mit dem US-Ansatz konkurrieren, bei dem Stablecoins als weiteres Instrument zur Stärkung der Dominanz und Akzeptanz des US-Dollars gesehen werden. Stablecoins ebneten auch den Weg für die Akzeptanz von US-Staatsanleihen, da Tether und andere Emittenten bedeutende Käufer von US-Schulden waren.

Lagarde wies das Argument zurück, Europa müsse durch die Förderung von auf Euro lautenden Stablecoins relevant bleiben. Die EZB-Präsidentindent jedoch, dass auch vermögensgedeckte Stablecoins Vergütungsrisiken bergen.

Da Emittenten gemäß MiCAR für jeden Token eine Deckung in Form von Bankreserven vorhalten müssen, können Stablecoins individuellen Bankrisiken ausgesetzt sein. Wie Lagarde betonte, war sogar USDC betroffen, als Circle bekannt gab, dass 3,3 Milliarden US-Dollar bei der angeschlagenen Silicon Valley Bank hinterlegt waren.

Während auf Euro lautende Stablecoins den Zugang zu den globalen Märkten verbessern können, warnte Lagarde vor potenzieller finanzieller Instabilität.

Wird derselbe Stablecoin gemeinsam von EU- und Nicht-EU-Emittenten ausgegeben, greifen die Schutzmaßnahmen von MiCAR nur beim EU-Emittenten. Bei einem Ansturm werden Anleger naturgemäß versuchen, ihre Coins dort einzulösen, wo der Schutz am stärksten isttronund das dürfte die EU sein, wo MiCAR auch Einlösungsgebühren verbietet“, erklärte Lagarde.

Die Reserven der Banken im Euroraum könnten unzureichend sein, was einen unangemessenen Druck auf diese Banken ausüben könnte, Stablecoin-Einlösungen zu akzeptieren. 

Stablecoins könnten auch die Kreditvergabe der Banken im Euroraum beeinträchtigen und es der EZB somit erschweren, ihre Stabilisierungsfunktion wahrzunehmen. Für den US-Markt könnte ein leichterer Zugang zu den Kapitalmärkten die dadurch bedingten Kreditausfälle kompensieren und es der Wirtschaft ermöglichen, ein größeres Angebot an Stablecoins zu verkraften, fügte Lagarde hinzu. 

Auf Euro lautende Stablecoins wachsen organisch

EURC von Circle ist der führende auf Euro lautende Stablecoin. Mit einem Gesamtangebot von über 543 Millionen US-Dollarim Vergleich zu anderen etablierten Stablecoins immer noch relativ klein. 

Im vergangenen Jahr stieg das Angebot an Euro-basierten Stablecoins um 48 %, dennoch bleiben sie weiterhin ein Nischenprodukt. Spanien zählt zu den Ländern mit der größten Akzeptanz von Circles EURC, was auf die Stablecoin-.

Die EZB sieht Stablecoins kritisch, weil sie den Einfluss des Euro verbreiten.
Eurobasierte Stablecoins haben sich organisch entwickelt, auch ohne spezielle Förderung durch die EZB oder andere Regulierungsbehörden. | Quelle: Dune Analytics.

Die meisten auf Euro basierenden Stablecoins sind durch Fiatgeld gedeckt; laut Daten. EURC ist der dominierende Token und am stärksten im DEX-Handel vertreten.

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