XRP rutscht ab: Droht jetzt der totale Crash?
Ripple (XRP) gibt am Freitag weiter nach und nähert sich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der kurzfristigen Unterstützungszone bei 1,40 US-Dollar. Die Korrektur vom Wochenhoch bei 1,46 Dollar, das am Vortag erreicht wurde, steht im Einklang mit der Entwicklung am breiteren Kryptomarkt. Dort testete Bitcoin (BTC) nach einem Dreimonatshoch bei 82.850 Dollar die Unterstützung bei 80.000 Dollar.
Stabile ETF-Zuflüsse und Privatanleger stützen XRP
Marktteilnehmer halten an ihrem Vertrauen in XRP fest und bauen ihre Engagements über börsengehandelte Indexfonds (ETFs) und Derivate aus. Nach erhöhter Volatilität in der Vorwoche verzeichneten in den USA gelistete XRP-Spot-ETFs steigende Zuflüsse: von 3,87 Millionen Dollar am Montag auf 11,28 Millionen Dollar am Dienstag und 13,03 Millionen Dollar am Mittwoch. Daten von SoSoValue zufolge belaufen sich die kumulierten Zuflüsse inzwischen im Schnitt auf 1,32 Milliarden Dollar, während das verwaltete Nettovermögen bei 1,11 Milliarden Dollar liegt.

Der Anstieg der Nachfrage nach XRP-ETFs geht mit einer verbesserten Marktstimmung einher. Der sogenannte Crypto Fear & Greed Index liegt am Donnerstag bei 47 Punkten und damit leicht über dem Wert von 46 am Vortag. Anhaltende Kursanstiege an den Kryptomärkten werden üblicherweise von einer robusten Nachfrage und einer dauerhaft positiven Anlegerstimmung getragen.

Auch der Derivatemarkt zeigt eine allmähliche Stärkung. Das Open Interest bei Futures stieg am Donnerstag auf 2,61 Milliarden Dollar nach 2,59 Milliarden Dollar am Vortag.
Trotz dieses moderaten Anstiegs bleibt die aktuelle Nachfrage von Privatanlegern deutlich unter dem Niveau des Höchststands beim Open Interest von 10,94 Milliarden Dollar im Juli. Damals hatte XRP ein Rekordhoch von 3,66 Dollar erreicht. Für einen nachhaltigen Aufwärtstrend auf mittlere bis lange Sicht müsste das Open Interest parallel zu steigenden Kursen zulegen.

Technischer Ausblick: Abwärtsrisiken nehmen zu – Fokus auf 1,40 Dollar
XRP notiert bei rund 1,41 Dollar und damit knapp über dem 50-Tage-Exponential Moving Average (EMA), der als erste Unterstützung dient. Gleichzeitig liegt der Kurs weiterhin deutlich unter dem 100-Tage-EMA bei 1,50 Dollar und dem 200-Tage-EMA bei 1,74 Dollar. Diese Konstellation deutet kurzfristig auf eine neutrale bis leicht konstruktive Tendenz hin, während sich der Kurs innerhalb einer übergeordneten Korrekturphase zu stabilisieren versucht.
Der Relative-Stärke-Index (RSI) bewegt sich im Tageschart bei etwa 52 und signalisiert nach dem jüngsten Rücksetzer ein ausgeglichenes Momentum. Gleichzeitig hat sich das Histogramm des MACD-Indikators wieder leicht über die Nulllinie geschoben, was auf eine vorsichtige Erholung des Kaufinteresses hindeutet, ohne jedoch eine klare Aufwärtsdynamik zu bestätigen.

Auf der Oberseite liegt ein erster Widerstand im Bereich der fallenden Trendlinie um 1,45 Dollar, an der frühere Erholungsversuche bereits scheiterten. Es folgen der 100-Tage-EMA bei 1,50 Dollar sowie der weiter entfernte 200-Tage-EMA bei 1,74 Dollar, der die übergeordnete Abwärtsstruktur weiterhin begrenzt. Auf der Unterseite gilt der 50-Tage-EMA bei 1,41 Dollar als erste wichtige Unterstützung. Ein klarer Tagesschluss darunter würde den Weg für stärkere Kursverluste ebnen und die zuletzt sichtbare Stabilisierung infrage stellen.
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