Coinbase-Deal gibt Senatsinitiative im Kryptobereich den Anstoß, nachdem Streit um Stablecoin-Renditen beigelegt wurde
Eine bahnbrechende Vereinbarung mit Coinbase Global Inc. hat der lange verzögerten US-Kryptogesetzgebung neuen Schwung verliehen. Dies geschah, nachdem die Abgeordneten in einem der umstrittensten Punkte der Debatte, den Renditeerlösen für Stablecoins, einen Kompromiss erzielt hatten.
Coinbase-Rechtschef Paul Grewal hatte den CLARITY Act zunächst als eine wichtige, noch ungelöste Angelegenheit nach der Verabschiedung des GENIUS Act im vergangenen Jahr bezeichnet. Er nannte ihn einen Wendepunkt für die Kryptoindustrie.
Der GENIUS Act schuf einen regulatorischen Rahmen für Stablecoins. Dennoch blieb eine Lücke in der Marktstruktur bestehen. Der CLARITY Act soll diese Lücke schließen, indem er klare Zuständigkeitsgrenzen zwischen der SEC und der CFTC für digitale Vermögenswerte zieht.
Die Debatte darüber, ob Kryptobörsen Prämien für Stablecoin-Bestände anbieten dürfen, hatte den Gesetzentwurf Anfang des Jahres bereits zum Scheitern gebracht. Traditionelle Banken setzten sich für ein vollständiges Verbot ein und warnten, dass solche Anreize zu Abflüssen von Einlagen aus dem konventionellen Bankensystem führen könnten.
„Am Ende konnten die Banken zwar strengere Beschränkungen für Prämien durchsetzen, aber wir haben das Wichtigste geschützt – die Möglichkeit für Amerikaner, Prämien zu verdienen, basierend auf der tatsächlichen Nutzung von Krypto-Plattformen und -Netzwerken“, sagte Faryar Shirzad, Chief Policy Officer bei Coinbase, in einem Beitrag auf X.
Der Kompromiss könnte nun den Weg für eine umfassendere Gesetzgebung zur Struktur des Kryptomarktes ebnen, die im Bankenausschuss des Senats zur Abstimmung kommen könnte. Der Gesetzentwurf zielt darauf ab, die regulatorischen Aufgaben der US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC) und der US-Aufsichtsbehörde für den Warenterminhandel (CFTC) in den verschiedenen Segmenten der digitalen Vermögenswertbranche klar zu defi.
Werden sich Banken und Krypto-Unternehmen endlich auf die Regeln für Stablecoin-Belohnungen einigen?
Die Regelung zur Rendite von Stablecoins im CLARITY Act stellt seit der Verschiebung einer geplanten Beratung durch den Bankenausschuss des Senats im Januar das größte Hindernis für dessen Verabschiedung dar. Im Zentrum dieses Konflikts steht die Frage, ob und unter welchen Bedingungen die Rendite von Stablecoin-Beständen belohnt werden soll.
Die Banken argumentieren, dass die Zulassung von Kryptoplattformen zur Vergabe von Renditen auf Stablecoin-Guthaben zu einem Abfluss von Einlagen aus dem traditionellen Bankensystem führen und damit potenziell die Finanzstabilität.
Kryptounternehmen, darunter Coinbase Global Inc., argumentierten, dass eine Begrenzung der Belohnungen negative Auswirkungen auf Verbraucher hätte und den Wettbewerb im sich schnell verändernden Markt für digitale Vermögenswerte beeinträchtigen würde. Auf Grundlage eines überparteilichen Prinzips wurde am 20. März ein Kompromiss zwischen den Senatoren Thom Tillis (Republikaner aus North Carolina) und Angela Alsobrooks (Demokratin aus Maryland) erzielt. Dieser verbot passive Renditen auf ungenutzte Stablecoin-Guthaben, erlaubte aber aktivitätsbasierte Belohnungen für Zahlungen, Überweisungen und die Nutzung der Plattform.
Coinbase lehnte den am 23. März erstellten Vertragsentwurf jedoch ab, da die darin enthaltene Beschränkung möglicherweise zu weit gefasst sei und legitime Verbrauchervorteile beeinträchtigt werden könnten. Trotz dieses Rückschlags deuten einige Äußerungen von Coinbase-Führungskräften auf ein gutes Verhandlungstempo und deutliche Fortschritte auf beiden Seiten hin – auch wenn die genauen Bedingungen eines möglichen Abkommens weiterhin ungeklärt sind.
Ist der Mai das letzte Zeitfenster für die Verabschiedung des CLARITY Act?
Im Zusammenhang mit dieser Entwicklung Ripple -CEO Brad Garlinghouse auf derXRP Las Vegas- Konferenz, er erwarte die Verabschiedung des CLARITY Act bis Ende Mai. Dies ist seine dritte öffentliche Prognose für den Zeitpunkt der Verabschiedung des Gesetzes, nachdem er im Februar auf Fox Business noch eine 80-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Verabschiedung im April prognostiziert und seine Erwartungen anschließend auf zwei aufeinanderfolgenden Branchenveranstaltungen auf Mai korrigiert hatte.
Berichten zufolge setzt Garlinghouse darauf, dass der Gesetzentwurf den Bankenausschuss des Senats passiert, die Senatsversammlung durchläuft und noch vor der Memorial-Day-Pause am 21. Mai auf Trumps Schreibtisch landet. „Wenn die Frustration am größten ist, dann sind die Menschen endlich bereit, Kompromisse einzugehen, und es wird umgesetzt. Ich denke, wir sind so weit“, sagte Garlinghouse.
Auch die Abgeordneten selbst haben die Dringlichkeit des Augenblicks betont. Cynthia Lummis schrieb im April auf X, dies sei „unsere letzte Chance, den Clarity Act bis mindestens 2030 zu verabschieden“
Bernie Moreno hat sich ähnlich geäußert und den Punkt noch direkter formuliert. Beide Abgeordneten argumentieren, dass das aktuelle Zeitfenster für eine Gesetzgebung ungewöhnlich eng sei, da Repräsentantenhaus, Senat und Weißes Haus in der Kryptopolitik derzeit eine seltene Übereinstimmung aufweisen – ein Gleichgewicht, das sich verschieben nach den nächsten Zwischenwahlen
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