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Die ST Group wird das erste traditionelle Unternehmen sein, das vollständig auf einer Blockchain an die Börse geht

CryptopolitanApr 2, 2026 6:27 PM

Ein französischer Hersteller von Luft- und Raumfahrtteilen steht kurz davor, etwas zu tun, was noch kein traditionelles Unternehmen zuvor geschafft hat: einen Börsengang vollständig auf einer Blockchain.

Am 9. April wird die ST Group, ein Unternehmen aus der Region Toulouse, ihre Aktien an einer Plattform namens Lise (kurz für Lightning Stock Exchange) notieren lassen. Die Plattform mit Sitz in Paris basiert auf der Blockchain-Technologie und wurde im Rahmen des EU-Pilotregimes für verteilte Ledger-Technologie (DLT) entwickelt.

Mit diesem Börsengang handelt es sich um das erste Mal weltweit, dass ein konventionelles Unternehmen einen vollständig auf der Blockchain basierenden Börsengang durchführt.

Mithilfe der Blockchain-Technologie verwaltet Lise alle Aspekte der Eigentumsdokumentation und der Aktienausgabe an einem zentralen Ort.

Lise integriert den Handel in ein einziges System, das rund um die Uhr in Betrieb ist und nahezu sofortige Abwicklungen an sieben Tagen in der Woche bietet, im Gegensatz zu traditionellen Börsen, wo diese Prozesse auf mehrere Institutionen verteilt sind.

Dieses Debüt könnte ein großer Schritt hin zu echten tokenisierten Kapitalmärkten , die rund um die Uhr geöffnet sind.

Ein einfacherer Weg zum Börsengang

Der CEO von Lise, Mark Kepeneghian, sagte, die ST Group wäre nicht auf dem normalen Weg an die Börse gegangen.

Französische Behörden haben der Plattform eine Lizenz zur Nutzung der Distributed-Ledger-Technologie erteilt. Um teilzunehmen, müssen sich Anleger registrieren, Geld einzahlen, dasmaticin digitale Einlagen umgewandelt wird, und anschließend auf „Anteile zeichnen“ klicken.

Der Primärmarkt hat eine Mindestanlage von einer Aktie und es fallen keine Verwahrungs- oder Zeichnungsgebühren an. Da die Aktien nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ vergeben werden, gibt es keine Gatekeeper oder institutionelle Bevorzugung, sodass auch Privatanleger unter gleichen Bedingungen konkurrieren können.

Laut Lise ist das Unternehmen seinen Wettbewerbern in diesem Markt voraus. Weder das amerikanische Unternehmen Securitize noch die Schweizer SIX-Gruppe haben bisher einen vergleichbaren, vollständig auf der Blockchain abgewickelten Börsengang abgeschlossen.

Um die Skalierbarkeit der Strategie zu demonstrieren, plant die Plattform, bis Ende 2026 drei oder vier weitere Unternehmen zu listen.

Der Börsengang (IPO) der ST Group ist ein entscheidender Test für die Zukunft tokenisierter Primärmärkte, da es sich um die erste dieser geplanten Notierungen handelt.

Die Regulierung wird mit Annäherung des Börsengangs verschärft

Die Notierung fällt zeitlich mit der allgemeinen Verschärfung der Regulierungen für digitale Vermögenswerte in Frankreich und Europa zusammen. Die französische Finanzmarktaufsicht AMF hat Krypto-Dienstleister daran erinnert, dass die Übergangsfrist gemäß der europäischen MiCA-Regelung am 1. Juli 2026 ausläuft.

Nach diesem Datum dürfen nur noch formell zugelassene Krypto-Asset-Dienstleister in dem Land Geschäfte tätigen.

Die AMF hat Unternehmen geraten, ihre Anträge so schnell wie möglich einzureichen, und darauf hingewiesen, dass erste Einreichungen „selten vollständig“ seien, was die Fristen weiter verzögern könne.

Die Notierung der ST Group erfolgt zudem kurz vor der Paris Blockchain Week 2026 , die für den 15. und 16. April geplant ist.

Die jährliche Veranstaltung hat sich in den letzten Jahren von spekulativen Kryptothemen hin zur praktischen Anwendung digitaler Vermögenswerte innerhalb regulierter Systeme verlagert – eine Entwicklung, die der Börsengang der ST Group widerzuspiegeln scheint.

Für kleinere Unternehmen ist der Reiz einfach. Für die meisten mittelständischen Unternehmen kann ein Börsengang an einer traditionellen Börse teurer sein.

Ein lange Zeit vom Markt ausgeschlossener Sektor der Branche könnte Zugang zu den öffentlichen Märkten erhalten, wenn Lise diese Kosten senken und ein sauberes Verfahren aufrechterhalten kann.

Die wahre Bewährungsprobe wird darin bestehen, ob die Plattform die Qualitätsstandards auch bei zunehmender Beteiligung von Unternehmen aufrechterhalten kann.

Als kontrollierter Testraum für tokenisierte Aktien dient dieser Meilenstein auch als entscheidender Test für das DLT-Pilotregime der EU. Ein erfolgreicher Start könnte zu einem erheblichen Handelsvolumen und einem Machbarkeitsnachweis für die Behörden führen, um bestehende Beschränkungen des On-Chain-Marktes aufzuheben.

Indem Eigenkapitalfinanzierung für kleinere Industrieunternehmen wie die ST Group zugänglicher gemacht wird, könnte dies dazu beitragen, europäische Ersparnisse in Richtung Realwirtschaft umzuleiten.

Der Erfolg des Börsengangs wird letztendlich darüber entscheiden, ob vollständig tokenisierte Börsennotierungen das Trial-and-Error-Verfahren überwinden und sich zu einer wettbewerbsfähigen Option für etablierte Unternehmen entwickeln können.

Ein schwacher Gebrauchtmarkt könnte jedoch die weitere Verbreitung in ganz Europa behindern.

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