Larry Fink, Vorstandsvorsitzender und CEO von BlackRock, bezeichnet Tokenisierung und digitale Vermögenswerte als wichtige Instrumente zur Transformation der Finanzmärkte und argumentiert, dass sie dazu beitragen könnten, den Zugang zu Investitionen zu verbessern und gleichzeitig das System effizienter zu gestalten.
Finks jährlicher Brief an die Aktionäre unterstreicht ein wachsendes Ungleichgewicht im US-Finanzsystem. Er erklärte, dass die Marktgewinne vor allem Vermögensinhabern zugutekamen, während viele Menschen weiterhin vom Vermögensaufbau ausgeschlossen blieben. Daher brachte er die zunehmende Ungleichheit, die steigende Staatsverschuldung und die geringe Beteiligung an den Kapitalmärkten mit strukturellen Schwächen des aktuellen Modells in Verbindung. „Der Kapitalismus funktioniert – nur nicht für genügend Menschen“, bemerkte Fink und betonte die Notwendigkeit einer breiteren Inklusion in die Finanzsysteme.
Fink argumentierte, dass die Tokenisierung die Finanzinfrastruktur modernisieren könnte, indem sie die Ausgabe, den Handel und das Halten von Vermögenswerten vereinfacht. In digitaler Form kann der Besitz von Wertpapieren wie Anleihen oder Fonds schneller und kostengünstiger erfolgen. Dadurch könnten Reibungsverluste in herkömmlichen Finanzprozessen reduziert werden.
Er wies außerdem auf die zunehmende Nutzung digitaler Geldbörsen hin. Obwohl Zahlungen derzeit weit verbreitet sind, erklärte Fink, dass sich daraus potenziell Investmentplattformen entwickeln könnten. In einem solchen Modell halten Nutzer tokenisierte Vermögenswerte wie ETFs, Anleihen und Bruchteilsanteile an Infrastrukturprojekten oder privaten Krediten.
Darüber hinaus verglich er die aktuelle Phase der Tokenisierung mit der Frühzeit des Internets. Die Akzeptanz werde, so seine Einschätzung, wahrscheinlich eher langsam als schnell erfolgen. Daher rief er die politischen Entscheidungsträger dazu auf, Rahmenbedingungen zu entwickeln, die sowohl Innovationen als auch den Anlegerschutz fördern. Fink forderte zudem klare Standards für digitaledent, Kontrahentenrisiko und Schutz vor illegalen Aktivitäten.
Unterdessen bereiten sich US-Gesetzgeber auf eine Überprüfung der Einordnung tokenisierter Vermögenswerte in die bestehenden Finanzmarktregulierungen vor. Der Finanzausschuss des Repräsentantenhauses plant eine Anhörung zum Thema „Tokenisierung und die Zukunft von Wertpapieren: Modernisierung unserer Kapitalmärkte“
Das Treffen findet am kommenden Mittwoch um 10:00 Uhr ET statt und wird politische Entscheidungsträger sowie Vertreter der Branche zusammenbringen. Als Zeugin ist Summer Mersinger, die Geschäftsführerin der Blockchain Association, angekündigt.
🚨NEU: Der @FinancialCmte plant für kommenden Mittwoch um 10:00 Uhr EST eine Anhörung zur Tokenisierung. @BlockchainAssn- CEO @SummerMersinger ist als Zeugin geladen. pic.twitter.com/3eYJPYD7Is
— Eleanor Terrett (@EleanorTerrett) 20. März 2026
Gleichzeitig deuten jüngste regulatorische Maßnahmen darauf hin, dass die Tokenisierung die Theorie hinter sich lässt und in die Praxis umgesetzt wird. Die US-Börsenaufsicht SEC hat zugestimmt . Im Rahmen des Pilotprogramms wird der tokenisierte Handel mit einigen Aktien des Russell 1000 und Index-ETFs möglich sein. Die bestehenden Marktsysteme bleiben dabei erhalten.
Laut SEC könnten „Nasdaq-Marktteilnehmer, die zur Teilnahme am DTC-Pilotprojekt berechtigt sind, tokenisierte Versionen bestimmter Aktien und börsengehandelter Produkte an der Börse handeln, sofern diese im Rahmen des DTC-Pilotprojekts für die Tokenisierung geeignet sind.“ Nasdaq verglich diese Umstellung mit früheren Marktveränderungen wie der Dezimalisierung und demtronHandel.
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