Die US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC) und die Warenterminhandelskommission (CFTC) haben gemeinsam eine neue Empfehlung zur Anwendung des Wertpapierrechts auf Krypto-Assets veröffentlicht. Dieser Schritt liefert eines der bisher deutlichsten Signale zur Vorgehensweise der Regulierungsbehörden in diesem Sektor.
Der Markt für digitale Vermögenswerte leidet weltweit unter mangelnder Transparenz und unzureichender Regulierung. Die fortschrittlichen Maßnahmen der US-Aufsichtsbehörden seit dem Amtsantritt von Donald Trump im Weißen Haus geben Krypto-Experten jedoch Hoffnung.
Laut Veröffentlichung wurde die Leitlinie von der Kommission genehmigt. Sie legt dar, wie verschiedene Arten von Krypto-Assets und damit verbundene Aktivitäten in die bestehenden Rechtsvorschriften passen. Zudem wurde eine grundlegende Taxonomie eingeführt und Token in Kategorien eingeteilt. Die Liste umfasst digitale Rohstoffe, Sammlerstücke, Stablecoins und digitale Wertpapiere.
SEC-Vorsitzender Paul Atkins erklärte, die Prognose spiegele die seit Jahren in der Branche vertretene Ansicht wider, dass die meisten Krypto-Assets selbst keine Wertpapiere seien. Er merkte zudem an, dass selbst wenn ein Token Teil einestracsei, diese Einstufung nicht von Dauer sein müsse.
Diese Unterscheidung ist wichtig und in gewisser Weise eine gute Nachricht für die Branche, die sich in letzter Zeit wiederholten rechtlichen Prüfungen durch die Aufsichtsbehörden ausgesetzt sah. Die Richtlinien legen nahe, dass ein Token zunächst im Rahmen einer Wertpapieremission verkauft, später aber als Nicht-Wertpapier gehandelt werden kann. Dies hängt jedoch von der Entwicklung des zugrunde liegenden Netzwerks ab.
Atkin erwähnte , dass diese Auslegung nach über einem Jahrzehnt der Unsicherheit den Marktteilnehmern Klarheit verschaffen werde. Sie werde verdeutlichen, wie die Kommission Krypto-Assets gemäß den US-amerikanischen Wertpapiergesetzen behandelt. Er fügte hinzu, dass dies die Aufgabe von Regulierungsbehörden sei: klare Grenzen in unmissverständlicher Sprache zu ziehen.
🚨EILMELDUNG: Die @SECGov und die @CFTC haben eine gemeinsame Auslegungshilfe auf Kommissionsebene herausgegeben, in der erläutert wird, wie die Wertpapiergesetze des Bundes auf bestimmte Krypto-Assets und -Transaktionen anzuwenden sind.
Dies folgt auf eine Eingabe an das OIRA Anfang des Monats, in der die Absicht der Behörden deutlich wurde, und wurde genehmigt… pic.twitter.com/zMxHSlZUNB
— Eleanor Terrett (@EleanorTerrett) 17. März 2026
Der SEC-Vorsitzende kritisierte die Vorgängerregierung, die sich geweigert hatte, anzuerkennen, dass die meisten Krypto-Assets keine Wertpapiere sind. Atkins fügte hinzu, dass diese Initiative eine wichtige Brücke zwischen Unternehmern und Investoren schlagen werde. Die Umsetzung werde vorangetrieben, während der Kongress an einer parteiübergreifenden Gesetzgebung zur Marktstruktur arbeite. Er deutete an, dass die SEC und die CFTC der baldigen Umsetzung entgegenfiebern.
Das veröffentlichte Dokument befasst sich mit gängigen Krypto-Aktivitäten, die sich lange in einer regulatorischen Grauzone befanden. Dazu gehören Staking, Mining, Airdrops und Token Wrapping. Die Regulierungsbehörden betonten, dass die Behandlung von der Struktur dieser Aktivitäten und dem Vorliegen einestracabhängt. Dies ist besser als ein pauschales Vorgehen.
Der CFTC-Vorsitzende Michael Selig erklärte, der Schritt sei Teil einer umfassenderen Initiative zur Angleichung der Überwachungstätigkeiten beider Behörden. Jahrelang sorgte die Unsicherheit darüber, ob ein Token unter das Wertpapier- oder das Rohstoffrecht fällt, für Schwierigkeiten bei Unternehmen, die in der Region tätig sind.
Er fügte hinzu: „Mit der heutigen Auslegung ist das Warten vorbei“, und bezog sich dabei auf die mangelnde Klarheit, die die Krypto-Regulierung seit mehr als einem Jahrzehnt defihat.
Dies folgt auf eine Eingabe an das Office of Information and Regulatory Affairs Anfang des Monats. Dies signalisierte, dass beide Behörden ihre Vorgehensweise angleichen wollten. Gleichzeitig debattiert der Kongress weiterhin über Gesetze zur umfassenderen Marktstruktur. Dazu gehören Gesetzesentwürfe, die die Zuständigkeiten zwischen der SEC und der CFTC klarer aufteilen würden.
Die neue Fassung beantwortet derzeit noch nicht alle offenen Fragen. Die Aufsichtsbehörde arbeitet weiterhin an separaten Regelungen für Kryptoangebote. Dies könnte die Art und Weise, wie Token in den USA ausgegeben und gehandelt werden, weiter beeinflussen.
Bereits 2022 reichte Coinbase bei der SEC einen formellen Antrag auf Regelsetzung ein, in dem die Behörde aufgefordert wurde, klare neue Vorschriften für die Branche zu erlassen. Nachdem die Kommission neun Monate lang nicht reagiert hatte, reichte die Börse im April 2023 eine Klage auf Erlass eines Mandamus ein. Sie forderte lediglich eine einfache „Ja“- oder „Nein“-Antwort auf den Antrag.
Die SEC lehnte den Antrag im Dezember 2023 offiziell ab. Der ehemalige SEC-Vorsitzende Gary Gensler erklärte, dass bestehende Gesetze bereits auf Kryptowährungen Anwendung fänden. Er wies darauf hin, dass die Behörde die Befugnis habe, ihre eigenen Prioritäten für die Regelsetzung festzulegen.
Paul Grewal, CLO von Coinbase, reagierte in einem X-Post auf die Neuigkeit. Er erklärte: „Mein Ich aus dem Jahr 2023 hätte sich nicht vorstellen können, dass mein Ich aus dem Jahr 2126 so etwas erleben würde, geschweige denn mein Ich aus dem Jahr 2026. Der Heilungsprozess geht weiter.“
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