
Bitcoin (BTC) hat sich in der vergangenen Woche trotz wachsender geopolitischer Spannungen weitgehend seitwärts bewegt. Am Dienstag legte die Kryptowährung um rund zwei Prozent zu und notierte bei etwa 69.987 US-Dollar.
In einer Analyse vom Dienstag stellte Vetle Lunde, Forschungschef beim Analysehaus K33, fest, dass die größte Kryptowährung mehrere klassische Anlageklassen hinter sich ließ, während die globalen Finanzmärkte auf die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten reagierten.
Trotz der angespannten Lage verbuchte Bitcoin seit Ende Februar einen kumulierten Zuwachs von etwa 5,7 Prozent. Der Nasdaq Composite verlor im gleichen Zeitraum rund 0,39 Prozent, während sowohl der S&P 500 als auch Gold jeweils etwa 1,7 Prozent nachgaben. In der vergangenen Woche stieg Bitcoin zeitweise auf 74.200 Dollar, bevor Händler angesichts der geopolitischen Entwicklung ihre Positionen reduzierten.
„Diese relativ starke Entwicklung ist nach Monaten der Underperformance eine willkommene Entwicklung. Wir bekräftigen unsere Einschätzung, dass die relative Stärke darauf zurückzuführen ist, dass BTC unterinvestiert, stark geshortet und deutlich überverkauft ist“, schrieb Lunde in dem Bericht.
K33 zufolge sind die Finanzierungsraten für unbefristete Futures inzwischen ins Negative gedreht. Sie lagen im Schnitt der vergangenen 30 Tage bei etwa minus 0,78 Prozent und fielen zeitweise auf tägliche Tiefstände von minus 3,8 Prozent. Historisch hätten solche Bedingungen mitunter Akkumulationsphasen vorausgegangen, da Long-Positionen dadurch vergleichsweise attraktiver würden.
An der Chicago Mercantile Exchange (CME) sank das Open Interest bei Bitcoin-Futures auf rund 100.780 BTC und damit auf den zweitniedrigsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Die Aufschläge auf Futures-Kontrakte blieben mit etwa vier bis sechs Prozent vergleichsweise moderat. Gleichzeitig zeigten Optionsdaten eine steigende implizite Volatilität und eine stärkere Nachfrage nach Absicherungen gegen Kursrückgänge, heißt es in dem Bericht.
Auch das Open Interest bei unbefristeten Futures schwankte deutlich. So stieg es am 5. März innerhalb eines Tages um 24.000 BTC – der stärkste Anstieg seit April 2023 – bevor es anschließend rasch wieder zurückging.
Zudem hob K33 hervor, dass die führende Kryptowährung einen Meilenstein erreicht hat: Die im Umlauf befindliche Menge überstieg erstmals 20 Millionen Bitcoin. Rund eine Million BTC sollen über die kommenden Jahrzehnte noch geschürft werden, da die Blockbelohnungen durch regelmäßige Halvings weiter sinken. Während dieser Meilenstein die Knappheitsgeschichte von Bitcoin unterstreicht, betonte Lunde, dass die Marktdynamik weiterhin davon geprägt ist, dass frühe Investoren schrittweise Bestände verkaufen und neue institutionelle Anleger über regulierte Anlageprodukte Engagements aufbauen.
Dennoch sei es noch zu früh, um endgültige Schlüsse über das Narrativ vom digitalen Gold zu ziehen, ergänzte Lunde.
„Der zentrale Anlageanreiz von Bitcoin, seine Knappheit, führt naturgemäß zu Vergleichen mit Gold. Diese Parallelen verblassen jedoch schnell, wenn man die Wertentwicklung beider Anlagen gegenüberstellt, weshalb viele die Gültigkeit der Erzählung vom digitalen Gold infrage stellen“, fügte Lunde hinzu.
Unterdessen verzeichneten börsengehandelte Bitcoin-Fonds (ETFs) auf Spot-Basis die stärksten wöchentlichen Zuflüsse seit rund fünf Monaten. In der vergangenen Woche kamen netto 1.623 BTC hinzu, obwohl es in der zweiten Wochenhälfte auch Abflüsse gab.
Bitcoin notierte zuletzt bei rund 69.900 Dollar und lag damit binnen 24 Stunden etwa 1,2 Prozent im Plus.