
Ripple (XRP) kommt am Mittwoch einfach nicht in die Gänge. Statt Aufbruchsstimmung sehen Anleger rote Zahlen. Zum Zeitpunkt des Schreibens rutscht der Kurs leicht unter das Tagesniveau von 1,48 US-Dollar. Der Kryptomarkt bleibt ein Minenfeld – und XRP steht mitten drin. Zwar bildet sich bei 1,45 US-Dollar eine kurzfristige Unterstützung. Doch genau hier wächst die Gefahr: Immer mehr Trader setzen auf fallende Kurse.
XRP kämpft sichtbar darum, die jüngste Erholung zu stabilisieren. Die Folge: heftige Kursschwankungen. Ein Blick auf das Open Interest (OI) bei XRP-Futures zeigt, warum die Nervosität steigt. Am Montag lag das OI noch bei 2,56 Milliarden US-Dollar. Am Dienstag sinkt es auf 2,53 Milliarden US-Dollar.
Das klingt nach einer kleinen Veränderung – ist aber ein Warnsignal. Denn noch in der Vorwoche hatte steigendes Open Interest den Kurs bis auf 1,67 US-Dollar am Sonntag getrieben. Jetzt bröckelt diese Zuversicht.
Noch deutlicher wird das Bild im historischen Vergleich: Vom Rekordwert von 10,94 Milliarden US-Dollar im Juli ist XRP meilenweit entfernt. Sinkendes OI bedeutet oft, dass Trader Positionen schließen – und neue Engagements meiden. XRP bleibt damit anfällig für Verkaufsdruck und die aktuelle Risk-off-Stimmung.
Daten von CoinGlass zeichnen ein klares Bild: Trader bauen verstärkt Short-Positionen auf. Das Vertrauen in eine schnelle XRP-Rallye schwindet. Die OI-Weighted Funding Rate liegt am Dienstag bei -0,0078 % und verharrt seit Sonntag im negativen Bereich.
Negative Funding Rates deuten darauf hin, dass Short-Positionen dominieren. Heißt übersetzt: Viele Marktteilnehmer rechnen mit weiter fallenden Kursen. Ohne frisches Momentum drohen XRP-Anlegern weitere nervenaufreibende Schwankungen – innerhalb eines insgesamt bärischen Trends.
Technisch betrachtet hängt XRP über der Marke von 1,45 US-Dollar fest. Gleichzeitig notiert der Kurs deutlich unter wichtigen Trendlinien:
Alle drei gleitenden Durchschnitte zeigen nach unten. Für Charttechniker ist das ein klares Zeichen: Die Marktstruktur verschlechtert sich. Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass sich die laufende Korrektur weiter hinzieht.
Auch der Relative Strength Index (RSI) liefert keine Entwarnung. Mit 40,76 liegt er im Tageschart unter der Mittellinie. Das begrenzt das kurzfristige Aufwärtspotenzial.
Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer: Der MACD hat zuletzt seine Signallinie nach oben gekreuzt. Wachsende grüne Histogramm-Balken deuten auf zunehmendes Momentum hin. Sollte XRP die Unterstützung bei 1,45 US-Dollar verteidigen, könnten Trader wieder mutiger werden.

Selbst bei einer Erholung bleiben die Hürden hoch. Eine fallende Trendlinie vom Rekordhoch bei 3,66 US-Dollar begrenzt mögliche Kursgewinne. Als zentrale Widerstandszone gilt der Bereich um 2,10 US-Dollar.
Auf der Unterseite fungiert der Parabolic-SAR bei 1,21 US-Dollar als erste technische Absicherung. Fällt XRP unter diese Marke, könnte sich die Abwärtsbewegung beschleunigen.
Gelingt dagegen eine Stabilisierung, rückt das Hoch vom Sonntag bei 1,67 US-Dollar wieder ins Visier.
XRP steht an einem kritischen Punkt. Die Unterstützung bei 1,45 US-Dollar wird zur Schicksalsmarke. Sinkendes Open Interest, negative Funding Rates und zunehmende Short-Positionen sprechen kurzfristig eine deutliche Sprache.
Gleichzeitig signalisiert das MACD-Momentum, dass eine Gegenbewegung möglich bleibt. Für Anleger bedeutet das: Die nächste größere Kursbewegung könnte bereits vorbereitet werden. Die Frage ist nur noch – nach oben oder nach unten?