
Das Europäische Parlament hat am Dienstag erstmals seine Unterstützung für die Einführung des digitalen Euro signalisiert. Es befürwortete die Forderung des Europäischen Rates nach einer digitalen Zentralbankwährung mit Online- und Offline-Funktionalität.
Die Parlamentsentscheidung erfolgte, nachdem kurz vor der Abstimmung zwei Änderungsanträge zum Jahresbericht der Europäischen Zentralbank hinzugefügt worden waren. Bis zu 420 Abgeordnete stimmten für den ersten Änderungsantrag, 158 dagegen und 64 waren abwesend. Für den zweiten Änderungsantrag stimmten hingegen 438 Abgeordnete, 158 dagegen und 44 waren abwesend.
Die heutige Abstimmung im Europäischen Parlament sendet ein klares Signal: Europa darf beim digitalen Euro nicht untätig bleiben. In einer Zeit, in der Zahlungen, Daten und Finanzinfrastrukturen zunehmend von außereuropäischen Akteuren geprägt werden, ist die Stärkung unserer Währungshoheit eine strategische Entscheidung. … pic.twitter.com/IYYJXyv3mF
— Europäische Demokraten (@democrats_eu) 10. Februar 2026
Die Unterstützung des Parlaments ist entscheidend, da die Europäische Zentralbank vor der Einführung eines digitalen Euros dessen Zustimmung benötigt. Die Initiative bedeutet auch, dass das Ziel der Zentralbank, den digitalen Euro 2029 einzuführen, abhängt .
Die Haltung der EU zum digitalen Euro markiert eine Abkehr von früheren Vorschlägen, die sich ausschließlich auf Offline-Zahlungen konzentrierten. Diese Abkehr signalisiert auch eine bessere Übereinstimmung mit der EZB hinsichtlich der Wahrung der Währungshoheit der Region. Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments forderten einen digitalen Euro, der den Zugang zu Zahlungsdiensten ermöglicht und nutzbares öffentliches Geld sowohl online als auch offline bereitstellt.
„Diese Abstimmungen sind ein großer Erfolg für die Weiterentwicklung des digitalen Euro. Es gibt nun eine klare parlamentarische Mehrheit für eine inklusive Zukunftsform des cash – Geld in digitaler Form, das von der Zentralbank gedeckt ist.“
-Laura Casonato, Leiterin der Abteilung für politische Angelegenheiten bei Positive Money Europe.
Europäische Abgeordnete forderten die EZB zudem auf, die Überwachung virtueller Vermögenswerte zu intensivieren. Sie warnten davor, dass die Umstellung auf digitale Zahlungen neue Formen der Ausgrenzung für Händler schaffen könnte.
Europas Vorstoß für einen digitalen Euro zielt darauf ab, Online-Zahlungen innerhalb der EU unabhängig von US-amerikanischen Zahlungssystemen zu ermöglichen. Eine Gesetzesänderung erklärte, der digitale Euro sei unerlässlich, um die Fragmentierung des Zahlungsverkehrs im Einzelhandel zu verringern und die Integrität und Stabilität des Binnenmarktes zu stärken.
Die Initiative folgt Europas Bemühungen , die Abhängigkeit von ausländischen Unternehmen wie Visa und Mastercard zu verringern. Christine Lagarde, Präsidentin dent EZB, gab am Montag bekannt, dass der digitale Euro auf europäischer Infrastruktur basieren wird, um die übermäßige Abhängigkeit von ausländischen Zahlungsdienstleistern, die für die Wirtschaft der Region von entscheidender Bedeutung sind, zu reduzieren.
Die EU schlug den digitalen Euro erstmals im Juni 2023 vor, doch in Ländern wie Deutschland stockte die Einführung, da die Unterstützung der Mitgliedstaaten und die Zustimmung der europäischen Gesetzgeber ausstanden. Im Dezember gaben schließlich mehrere Staaten des Staatenbundes grünes Licht für den digitalen Euro und erhöhten damit den Druck auf die Gesetzgeber.
Lagarde erklärte cash durch den digitalen Euro ergänzen cash könne nicht für digitale Zahlungen verwendet werden und merkte an, dass sein Anteil am alltäglichen Zahlungsverkehr deshalb zurückgehe.
Lagarde ist überzeugt, dass der digitale Euro den Verbrauchern in der gesamten Eurozone eine für alle digitalen Zahlungen akzeptierte Lösung bieten wird. Sie erklärte außerdem, dass der digitale Euro mehr Datenschutz gewährleisten werde, obwohl die Zentralbank keinen Zugriff auf personenbezogene Daten habe.
Die Präsidentin der Europäischen Kommission für Kommunalverwaltung (EKV) fügtedent , dass der digitale Euro Unternehmen in der Region durch die Senkung der Händlergebühren zugutekommen werde. Sie argumentierte, dass er es europäischen privaten Zahlungsdienstleistern ermöglichen werde, die Reichweite ihrer Dienste problemlos zu erweitern.
Largarde forderte die Abgeordneten außerdem auf, tokenisiertes Zentralbankgeld zur Unterstützung der Entwicklung eines integrierten , kryptobasierten europäischen Ökosystems bereitzustellen. Sie erklärte, diese Initiative werde sicherstellen, dass das Ökosystem über einen risikofreien, auf Euro lautenden europäischen Vermögenswert als Kernstück verfüge.
Die EZB-dent erklärte, die Initiative müsse DLT-basierte Großhandelstransaktionen in Zentralbankgeld abwickeln. Sie gab bekannt, dass das EZB-Projekt Pontes im dritten Quartal 2026 eine Lösung für diese Initiative liefern werde. Ein weiteres von Lagarde hervorgehobenes Ziel sei das EZB-Projekt Appia, das von Anfang an einen integrierten europäischen Markt für virtuelle Vermögenswerte schaffen soll.
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