
Experten gehen davon aus, dass der Silberpreis unter den richtigen Marktbedingungen in diesem Jahr die 200-Dollar-Marke erreichen könnte. Das Edelmetall hat seinen Wert zwischen Januar 2025 und Januar 2026 verdreifacht, und die Nachfrage der Anleger bleibt trotz der Marktunsicherheit hoch.
Silber erlebte im vergangenen Jahr einen unglaublichen Aufwärtstrend und stieg von 30 US-Dollar pro Unze Anfang 2025 auf ein Hoch von 100 US-Dollar im letzten Monat. Diese anhaltende Rallye hat sich in den letzten Wochen verlangsamt, da Anleger Gewinne realisierten, sodass der Preis aktuell bei etwa 80 US-Dollar pro Unze stagniert. Angesichts des knappen Angebots und der hohen Nachfrage dürfte Silber seinen Aufwärtstrend im neuen Jahr trotz der aktuellen Abkühlung fortsetzen.
Einige Experten prognostizieren, dass der Silberpreis bis 2026 auf bis zu 200 US-Dollar steigen könnte. Ein solcher Preisanstieg wäre jedoch nur unter optimalen Bedingungen möglich und mit erheblichen Einbußen verbunden. Denn die wirtschaftlichen Voraussetzungen für einen solchen Preisanstieg wären von erhöhter Inflation und Währungsabwertung geprägt. Angesichts der zunehmenden wirtschaftlichen Unsicherheit in den USA warnen viele Experten vor solchen optimistischen Prognosen für Silber, da sie negative Folgen für die Wirtschaft hätten.
Peter Reagan, Finanzmarktstratege bei Birch Gold Group, erklärte gegenüber CBS News , dass der Silberpreis im Vergleich zu Gold derzeit unterbewertet sei. Gold erreichte im vergangenen Monat ein neues Allzeithoch von 5.350 US-Dollar, da die Nachfrage nach Edelmetallen sprunghaft angestiegen war. Reagan ist überzeugt, dass die Unterbewertung von Silber gegenüber Gold im neuen Jahr ein erhebliches Potenzial für exponentielles Preiswachstum birgt. Um jedoch bis 2026 einen Höchststand von 200 US-Dollar zu erreichen, wären ein extremer Anstieg der Inflation oder ein Währungsverfall erforderlich. Vince Stanzione, Gründer und CEO von First Information, hält ein Kursziel von 200 US-Dollar für Silber vor den US-Zwischenwahlen für wahrscheinlich. Er bekräftigte Reagans Aussage, dass eine Währungsabwertung notwendig wäre, um dieses Niveau zu erreichen, was negative Folgen für die Weltwirtschaft hätte.
Ungleichgewichte zwischen Angebot und Nachfrage, eine gestiegene Investitionsbereitschaft und die Industrienachfrage sind weitere Schlüsselfaktoren, die den Silberpreis 2026 auf neue Höchststände treiben könnten. Die Industrienachfrage nach Silber für Solarmodule, Elektrofahrzeuge, Halbleiter und andere wachsende Technologiesektoren dürfte sich 2026 fortsetzen. Diese gestiegene Nachfrage hat zu Angebotsengpässen geführt, was den Wert zusätzlich erhöht. Neben den konkreten Anwendungsfällen für Silber haben auch die makroökonomischen Bedingungen die psychologische Nachfrage verstärkt. Geopolitische Unsicherheit, ein schwächerer US-Dollar und Inflationsängste haben Anleger dazu veranlasst, in Edelmetalle wie Silber als sicheren Hafen zu investieren.
Brett Elliot, Marketingdirektor der American Precious Metals Exchange, merkte an, dass ein starker Silberpreisanstieg im Jahr 2026 zwar möglich, aber unwahrscheinlich sei. Seine Argumentation ist vielschichtig und geht auf die zahlreichen Faktoren ein, die alle perfekt zusammenpassen müssten, um einen nachhaltigen Anstieg auf 200 US-Dollar zu ermöglichen. Zwar sei es denkbar, dass sich die Umstände optimal vereinen und ideale Bedingungen für eine Verdopplung des Silberpreises gegenüber dem Höchststand im Januar dieses Jahres schaffen, doch hält er die Wahrscheinlichkeit dafür historisch gesehen für gering.
Ein wichtiger Punkt, den er anführte, war, dass die größte Bedrohung für einen nachhaltigen Silberpreisanstieg im Jahr 2026 ironischerweise der eigene Erfolg sei. Elliot meint damit, dass Industriekunden bei weiter steigenden Silberpreisen auf Alternativen zurückgreifen könnten, um das Metall zu ersetzen, da es immer unerschwinglicher wird. Er verweist auf Berichte über die Entwicklung silberfreier Photovoltaik für Solarmodule in China und argumentiert, dass diese Entwicklung bereits begonnen hat. Selbst wenn Industriekunden Silber in ihren Betrieben nicht vollständig ersetzen, könnten Preissteigerungen sie dazu veranlassen, Wege zu finden, seinen breiteren Einsatz einzuschränken. Dies würde zwangsläufig zu einer geringeren Nachfrage und damit zu einem geringeren Preisanstieg führen.
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