
PayPal und Coinbase sind derzeit die am stärksten überverkauften Aktien an der Wall Street. Das ist keine Vermutung, sondern basiert auf Daten des Relative Strength Index (RSI), mit dem Händler die Stärke des Kursverfalls einer Aktie messen.
Ein Wert unter 30 bedeutet, dass eine Aktie überverkauft ist. Doch diese Woche war so brutal, dass beide Werte deutlich darunter fielen. PayPal rutschte auf einen RSI unter 11 ab. Das ist Wahnsinn. Hinzu kommt, dass die Aktie diese Woche mehr als 24 % an Wert verlor. Es ist der stärkste wöchentliche Kursverlust in der Geschichte von PayPal.
Der Kurssturz folgte auf PayPals schwache Gewinnprognose für 2026 am Dienstag. Das Unternehmen gab außerdem bekannt, dass Alex Chriss als CEO zurücktritt. Das traf die Anleger hart. Die meisten Analysten empfehlen die Aktie nicht zum Kauf, raten aber auch nicht zum Verkauf.
Laut LSEG-Daten liegt die durchschnittliche Analystenempfehlung für PayPal bei „Halten“. Die Kursziele deuten jedoch auf ein mögliches Aufwärtspotenzial von 40 % im nächsten Jahr hin. Garantien gibt es allerdings keine. Der Kurssturz dieser Woche war real.
Coinbase landete mit einem RSI von rund 14 ebenfalls auf der Liste der überverkauften Aktien. Auch diese Woche brachen die Kurse ein. Bis Freitagmorgen fielen die Aktien um 25 %. Dies geschah parallel zum starken Kursverfall Bitcoin . Da Coinbase stark vom Kryptohandelsvolumen abhängt, wurde die Aktie mitgerissen.
Die Aktie erholte sich am Freitag leicht, da Bitcoin einen Teil seiner vorherigen Verluste wieder wettmachte. Doch trotz dieser Erholung beendete Coinbase die Woche weiterhin deutlich im Minus. Analysten setzen nach wie vor große Hoffnungen in das Unternehmen.
Die meisten Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf. Das durchschnittliche Kursziel deutet auf ein mögliches Kurspotenzial von 100 % hin. Ob dies tatsächlich eintritt, hängt von der weiteren Kursentwicklung des Kryptowährungsmarktes ab.
Der Kurssturz dieser Woche beschränkte sich nicht nur auf diese beiden Unternehmen. Auch KKR & Co., ein bekannter Name im Bereich alternativer Anlagen, schloss die Woche überverkauft ab. Der RSI fiel unter 20, und die Aktie verlor mehr als 13 %. Die Befürchtungen beziehen sich hier auf künstliche Intelligenz
Anleger befürchten, dass dies die Softwarebranche grundlegend verändern wird. Da KKR durch seine Kreditinvestitionen in diesem Bereich engagiert ist, hat sich diese Sorge auch auf sie ausgeweitet.
Trotz dieser Befürchtungen haben die meisten Analysten ihre Position nicht aufgegeben. Daten der LSEG zeigen, dass die Mehrheit weiterhin eine Kaufempfehlung für KKR ausspricht. Und die durchschnittliche Kursprognose deutet darauf hin, dass die Aktie in den nächsten zwölf Monaten um über 53 % steigen könnte. Wohlgemerkt, das gilt nur, wenn keine weiteren unvorhergesehenen Ereignisse eintreten.
Dann ist da noch Palantir, dessen Aktienkurs diese Woche um 13 % gefallen ist. Das Unternehmen hatte im letzten Jahr einen enormen Aufschwung erlebt, doch die guten Zeiten waren schnell vorbei. Genau wie bei KKR drehte sich die Panik um KI. Viele befürchten, dass neue Modelle die Gewinne etablierter Softwareunternehmen schmälern werden. Palantir veröffentlicht seine Geschäftszahlen am Montag nach Börsenschluss, daher sind alle gespannt darauf.
Rishi Jaluria von RBC Capital Markets bleibt pessimistisch. Bereits am 26. Januar bestätigte er seine „Underperform“-Einstufung für Palantir und sein Kursziel von 50 US-Dollar. Er warnte davor, dass der aktuelle Kurs nicht gerechtfertigt sei, sofern im nächsten Quartalsbericht keine wesentlichen Neuerungen veröffentlicht würden.
Palantir weist aktuell laut Daten von TradingView einen RSI von 26,3 auf. Nicht so schlecht wie PayPal oder Coinbase, aber immer noch schwach.
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