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Finanzminister Scott Bessent verteidigt Wirtschaftsaussichten in angespannter Anhörung im Repräsentantenhaus

CryptopolitanFeb 5, 2026 5:56 PM

US-Finanzminister Scott Bessent sagte am Mittwoch vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses zur Lage der US-Wirtschaft aus. Obwohl er einen optimistischen Ausblick gab, stieß dieser bei den demokratischen Abgeordneten des Repräsentantenhauses auf heftige Kritik.

Scott Bessent erschien gestern vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses, um zur US-Wirtschaft auszusagen und den Jahresbericht des Financial Stability Oversight Council (FSOC) zu erörtern. Dieser jährlich veröffentlichte Bericht bewertet die aktuellen Risiken und die Stabilität des US-Finanzsystems. Ziel der Anhörung war die Behandlung verschiedener wirtschaftlicher Themen wie Inflation, Geldpolitik und Regulierung.

Die Anhörung verlief jedoch zeitweise angespannt und chaotisch, als Bessent mit demokratischen Abgeordneten aneinandergeriet. Derartige parteipolitische Auseinandersetzungen sind für eine wirtschaftspolitische Anhörung eher untypisch und verdeutlichen den aktuellen Konflikt zwischen Republikanern und Demokraten hinsichtlich der Wirtschaftspolitik der Trump-Regierung.

Ein zentraler Punkt der Anhörung waren die Zollpolitik vondent Trump, ihre gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen und die Frage, ob sie Inflation verursachte. Kryptowährungen und die Aufsicht durch Regulierungsbehörden, Zentralbankfragen sowie bezahlbarer Wohnraum und Einwanderung wurden ebenfalls thematisiert.

Bessents Einschätzung zum aktuellen Zustand der US-Wirtschaft

Scott Bessent zeichnete gestern in der Anhörung das Bild einer im Großen und Ganzen widerstandsfähigen US-Wirtschaft – eine Position, die bei den demokratischen Abgeordneten auf heftigen Widerstand stieß. Bessent entkräftete deren Bedenken, indem er die Abgeordneten dazu aufforderte, kurzfristige Marktschwankungen oder einzelne Wirtschaftsdaten nicht als Anzeichen eines unmittelbar bevorstehenden Zusammenbruchs zu interpretieren. Er erklärte, die angespannte Lage der US-Wirtschaft sei Teil einer notwendigen Umstrukturierung nach Jahren lockerer Geldpolitik.

Demokratische Abgeordnete befragten den Finanzminister wiederholt, ob die aktuelle Zollpolitik der Trump-Regierung zur Inflation beitrage. Bessent argumentierte, dass die jüngsten Inflationsdaten keine eindeutigen Beweise dafür lieferten, dass Preissteigerungen direkt durch erhöhte Zölle verursacht worden seien. Er bezeichnete sie als notwendiges und strategisches wirtschaftspolitisches Instrument, das sich langfristig als vorteilhaft für die nationale Wirtschaft erweisen werde.

Bessent sprach auch über die US-Notenbank und die Geldpolitik. Er bekräftigte zwar die Bedeutung der Unabhängigkeit der Zentralbank, kritisierte aber die verzögerte Reaktion der Fed auf die Inflation und äußerte Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen anhaltend hoher Zinsen auf die Wirtschaft.

Auch die Regulierung und Durchsetzung von Kryptowährungsgesetzen wurden erörtert. Abgeordnete warfen der Regierung vor, den Sektor sowohl zu stark als auch zu schwach zu regulieren. Bessent wies diese Kritik zurück und erklärte, die aktuellen Gesetzesinitiativen zielten darauf ab, ein Gleichgewicht zwischen Verbraucherschutz und Innovation im Kryptowährungsbereich herzustellen.

Bezahlbarkeit von Wohnraum

Die Bezahlbarkeit von Wohnraum in den Vereinigten Staaten entwickelte sich ebenfalls zu einem zentralen Thema der Anhörung. Jüngste Daten der Federal Reserve Bank von St. Louis zeigen, dass der Medianpreis für in den USA verkaufte Häuser im zweiten Quartal 2025 bei über 410.000 US-Dollar lag. Amerikanische Bürger haben sich in den letzten Jahren wiederholt über die Schwierigkeiten beim Hauskauf angesichts steigender Preise beschwert, was für viele Abgeordnete zu einem wichtigen Anliegen geworden ist.

Bessent räumte ein, dass die Bezahlbarkeit von Wohnraum ein großes Problem für die US-Wirtschaft darstellt, betonte aber, dass die hohen Zinsen nicht allein für den Preisanstieg verantwortlich seien. Er erklärte, es handele sich um ein strukturelles und nicht um ein konjunkturelles Problem, das maßgeblich durch baurechtliche Beschränkungen und jahrelangen Wohnungsmangel bedingt sei – ein Problem, das die Politik des Finanzministeriums allein nur begrenzt lösen könne.

Der Finanzminister wird nun vor dem Banken-, Wohnungsbau- und Stadtentwicklungsausschuss des Senats aussagen, um den heutigen Bericht des Financial Stability Oversight Council weiter zu erörtern.

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