
Der einst boomende chinesische Markt für Elektrofahrzeuge (EV) hatte auch Anfang 2026 weiterhin mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Die Inlandsabsatzzahlen zeigten eine deutliche Verlangsamung, und BYD Co., der führende chinesische EV-Hersteller, meldete die niedrigsten Auslieferungszahlen seit fast zwei Jahren.
Aktuelle Branchenzahlen zeigen einen deutlichen Rückgang der Auslieferungen von Elektrofahrzeugen in Festlandchina im Januar, was auf umfassende Herausforderungen im gesamten Sektor hindeutet. Analysten zufolge hat sich die Marktnachfrage abgeschwächt, da staatliche Förderprogramme zurückgefahren und die Produktionskosten gestiegen sind. Insgesamt die Auslieferungen von Elektrofahrzeugen im Januar im Vergleich zu den Vormonaten deutlich zurück, was einen anhaltenden Verlust an Dynamik nach Jahren rasanten Wachstums unterstreicht.
Nach diesem Rückgang bemerkten Quellen verstärkte Besorgnisse über die schleppende Inlandsnachfrage und das Überangebot an Fahrzeugen, was zu Preiskämpfen und internationalen Handelsspannungen führte.
Um die Intensität der Situation zu verdeutlichen, bestätigten Berichte, dass mindestens sechs führende Marken von Elektrofahrzeugen (EV), darunter Xiaomi und Xpeng, im Januar nach dem Höchststand im Dezember einen deutlichen Umsatzrückgang verzeichneten
Es ist jedoch anzumerken, dass die Behörden Schwierigkeiten haben, genaue Wirtschaftsberichte zu erstellen, da einige Unternehmen lediglich Lieferzahlen anstelle von Umsatzzahlen melden. Darüber hinaus wurde in Berichten ein Mangel an Transparenz bei der Meldung internationaler Umsatzzahlen hervorgehoben.
In einer Stellungnahme merkte Helen Liu, Partnerin bei Bain & Company, an: „Wir erwarten für den chinesischen Automobilmarkt im Jahr 2026 einen zunehmenden Druck aufgrund einer Kombination aus politischen Änderungen und Wettbewerb.“ Sie erklärte außerdem: „Neue Richtlinien könnten dazu führen, dass Verbraucher den Autokauf aufschieben, während Automobilhersteller bei der Einführung neuer Modelle vorsichtiger vorgehen könnten.“
Berichten zufolge könnten die Wirtschaftsdaten aufgrund des variablen, auf der Landwirtschaft basierenden Feiertags zum chinesischen Neujahr unvorhersehbare Trends aufweisen.
Abgesehen von diesem Befund wurde berichtet, dass Käufer von Elektrofahrzeugen im Januar mit einem unerwartet starken Rückgang der staatlichen Subventionen konfrontiert waren. Zur Untermauerung dieser Behauptung veröffentlichte China am 1. Januar eine Erklärung, in der die Wiedereinführung einer 5%igen Kaufsteuer auf Fahrzeuge mit alternativen Antrieben bestätigt wurde. Damit endete die über zehnjährige vollständige Befreiung von der üblichen 10%igen Steuer. Fahrzeuge mit alternativen Antrieben (NEVs) umfassen sowohl batterieelektrische als auch Hybridmodelle.
Diese Ankündigung sorgte für Spannungen im Bereich der automobilen Mobilität. Um die Befürchtungen zu zerstreuen, äußerte sich Tu Le, Gründer und Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Sino Auto Insights. Er betonte, dass man sich des Rückgangs der Elektroauto-Verkäufe bewusst sei, aber nicht wisse, in welchem Ausmaß. Er argumentierte, dass die Menschen Ruhe bewahren und nach Ende des ersten Quartals mehr Klarheit abwarten sollten.
Als Reaktion auf diesen Absatzrückgang hat die Pekinger Regierung verschiedene Maßnahmen zur Unterstützung der Elektroautoindustrie ergriffen. So wurden beispielsweise diverse Förderprogramme und finanzielle Unterstützungsmaßnahmen eingeführt.
Laut chinesischen Verkaufsberichten waren im Sommer 2024 bereits über 50 % der neu verkauften Pkw Fahrzeuge mit alternativen Antrieben. 2025 überholte BYD seinen US-Konkurrenten Tesla und festigte seine Position als Marktführer im Bereich batteriebetriebener Elektrofahrzeuge. Zu diesem Zeitpunkt verkaufte das in Shenzhen ansässige Unternehmen insgesamt 2,26 Millionen Fahrzeuge, was einem Anstieg von 28 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Trotz dieser beeindruckenden Verkaufszahlen verkaufte BYD im Januar jedoch nur 83.249 batterieelektrische Pkw von den insgesamt 205.518 verfügbaren Fahrzeugen. Dies ist der niedrigste monatliche Absatz seit Februar 2024, als mit 121.748 verkauften Fahrzeugen ein Rekord aufgestellt wurde.
BYD sieht sich inmitten eines Preiskampfes, der die Automobilhersteller zu Preissenkungen bei gleichzeitiger Verbesserung der Ausstattung gezwungen hat, einem starken lokalen Wettbewerb ausgesetzt. So lieferte beispielsweise Aito, eine führende chinesische Premium-Elektrofahrzeugmarke, die eine enge Partnerschaft mit dem Technologiekonzern Huawei , im Januar mehr als 40.000 Fahrzeuge aus – ein Anstieg von über 80 % gegenüber dem Vorjahr.
Ein weiteres Beispiel sind Leapmotor und Nio, die im Vergleich zum Vorjahr einen deutlichen Anstieg der Auslieferungen auf 32.059 bzw. 27.182 Fahrzeuge verzeichneten. Auch Xiaomi konnte im Januar im Jahresvergleich einen Anstieg der Fahrzeugauslieferungen auf über 39.000 verzeichnen, kurz vor der Markteinführung der überarbeiteten Limousine SU7 im April. Dies bedeutete jedoch einen Rückgang gegenüber den über 50.000 Auslieferungen im Dezember.
„BYD hat sich an der Spitze außerordentlich gut behauptet, und es ist bemerkenswert, wie lange sie es geschafft haben, ihren heimischen Konkurrenten einen Schritt voraus zu sein“, sagte Le und argumentierte, dass der Wettbewerb auf dem Markt unter den Automobilherstellern hart sei.
Lesen Sie Krypto-News nicht nur, sondern verstehen Sie sie. Abonnieren Sie unseren Newsletter. Er ist kostenlos .