
Fast zwei Monate, nachdemdent Donald Trump grünes Licht für den Export gegeben hat, hat Nvidia noch immer keinen einzigen H200-KI-Chip nach China geliefert. Der Grund? Die US-Regierung verzögert die Auslieferung aufgrund einer Überprüfung der nationalen Sicherheit.
Während Washington noch über die genauen Auflagen berät, warten die chinesischen Kunden ab. Niemand bestellt, bis die Lizenzbestimmungen endgültig feststehen.
Im Dezember glaubte Jensen Huang, den Durchbruch geschafft zu haben. Der Nvidia-Chef schloss direkt mit Trump einen Vertrag ab, der den Verkauf von H2O in China erlaubte. Dieser Deal weckte die Hoffnung, dass Nvidia in einen Markt zurückkehren könnte, der laut Huang ein Volumen von 50 Milliarden US-Dollar pro Jahr haben könnte.
Anschließend forderte das Unternehmen die Zulieferer auf, die Produktion von H200-Geräten massiv auszuweiten. Die erwartete Nachfrage war enorm. Doch diese Dynamik ist nun verpufft. Einige Zulieferer haben die Produktion von H200-Komponenten inzwischen komplett eingestellt.
Trumps Zustimmung war nicht der letzte Schritt. Er wies seine Regierung an, eine Überprüfung der nationalen Sicherheit durchzuführen, bevor tatsächliche Exporte beginnen könnten. Im Januar lockerte das Handelsministerium zwar einige Exportbestimmungen, doch diese Exporte unterliegen weiterhin der Genehmigung durch das Außen-, Verteidigungs- und Energieministerium. Das Handelsministerium hat seine Überprüfung bereits abgeschlossen, das Außenministerium verzögert die Genehmigung jedoch.
„Das Außenministerium macht es uns sehr schwer“, sagte eine mit der Situation vertraute Person. Laut anderen Eingeweihten fordert das Außenministerium strengere Auflagen, da es befürchtet, die Chips könnten vom chinesischen Militär oder Geheimdiensten missbraucht werden.
Chris McGuire, ein ehemaliger Beamter für Exportkontrollen, der jetzt für den Council on Foreign Relations arbeitet, erklärte den Grund: „Das US-Außenministerium verfügt über umfassende Expertise in Bezug darauf, ob und wie chinesische Unternehmen diese Chips zur Unterstützung chinesischer Verteidigungs- und Geheimdienste einsetzen könnten“, sagte er. „Wenn das Außenministerium Bedenken äußert, bestehen reale und erhebliche Risiken.“
Dieses Lizenzierungsverfahren ist deutlich komplizierter als üblich. Laut einer Quelle liegt das daran, dass Trumps Vorgehen unkonventionell war: Er stimmte zunächst dem Verkauf zu und beauftragte dann seine Behörden mit der Ausarbeitung der Regeln. Nun versuchen alle, den Rückstand aufzuholen.
Die Vereinbarung vom Dezember betrifft nicht nur Nvidia. Auch Konkurrent AMD ist in die Misere verwickelt. Die Vereinbarung sieht vor, dass die US-Regierung 25 % der Verkaufserlöse einbehält und strenge Genehmigungsbedingungen festlegt. Dazu gehören:
Das ist noch nicht alles. Chinesische Unternehmen müssen auch die US-Regulierungsbehörden davon überzeugen, dass H2O-Chips dem chinesischen Militär nicht nützen. Und das ist bisher noch völlig ungewiss.
Auf chinesischer Seite agiert Peking vorsichtig. Die Regulierungsbehörden erwägen zwar, Unternehmen wie Alibaba und ByteDance begrenzten Zugang zu gewähren, haben aber noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Man wartet ab, ob die USA überhaupt Lizenzen erteilen. Selbst wenn sie welche erhalten, dürfen sie die H200-Chips nicht ins Ausland exportieren und somit keine globalen Rechenzentren damit aufbauen.
Stattdessen werden diese Unternehmen wahrscheinlich weiterhin Server außerhalb Chinas mieten oder nach Alternativen suchen, da es keine Garantie dafür gibt, dass sie die benötigte Menge an H200-Geräten erhalten werden.
Unterdessen steckt auch AMD in einer Sackgasse. CEO Lisa Su bestätigte diese Woche gegenüber Analysten, dass AMD noch immer keine Genehmigung für die Auslieferung seines MI325X-Chips im Rahmen desselben Vertrags erhalten hat.
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