
Intel steigt offiziell in den GPU-Wettbewerb ein und geht dabei keine halben Sachen. CEO Lip-Bu Tan gab am Dienstag bekannt, dass das Unternehmen einen neuen Chefarchitekten eingestellt hat, der mit der Entwicklung von Grafikprozessoren beginnen soll.
Er nannte den Namen nicht, räumte aber ein, dass es „etwas Überredungskunst“ gekostet habe, die Person zum Mitmachen zu bewegen. Nvidia und AMD dominieren den Markt bereits, und ihre Chips treiben alles an, von großen Sprachmodellen bis hin zu den größten KI-Rechenzentren.
Die Nachfrage nach GPUs ist explosionsartig gestiegen, da immer mehr Unternehmen KI-Infrastruktur aufbauen. Intel will sich ein Stück vom Kuchen sichern und unternimmt nun endlich etwas dagegen.
Doch der Zeitpunkt ist ungünstig. Intel hat einige schwierige Jahre hinter sich. Das Unternehmen fiel im Wettlauf um KI-Chips zurück, während andere Unternehmen rasant aufstiegen.
Obwohl die jüngsten Quartalsergebnisse die Erwartungen übertrafen, konzentrierten sich die Anleger auf andere Probleme, wie etwa Verzögerungen in der Produktion und das Fehlen eines wichtigen Gießereikunden.
Intels Auftragsfertigungsabteilung soll eigentlich Chips für externe Kunden herstellen, produziert derzeit aber hauptsächlich für den Eigenbedarf. Das wollte die Wall Street nicht hören.
Letztes Jahr investierten die US-Regierung, SoftBank und sogar Nvidia massiv in Intel und setzten auf dessen Erholung. Und es gibt erste Erfolge. Daiwa Capital Markets hob das Kursziel gerade von 41 auf 50 US-Dollar an. Laut MarketBeat liegt das durchschnittliche Kursziel bei 45,76 US-Dollar, Analysten empfehlen jedoch insgesamt weiterhin „Reduzieren“
Unterdessen veröffentlichte die Nasdaq Daten von Fintel, die ein durchschnittliches Kursziel von 46,77 US-Dollar für die nächsten zwölf Monate ausweisen – ein Anstieg um 22,1 % gegenüber der Schätzung vom 11. Januar. Doch nicht alle sind überzeugt. Stacy A. Rasgon von Bernstein behielt seine neutrale Einschätzung und ein niedrigeres Kursziel von 36 US-Dollar bei.
Intel steigt ebenfalls in die Entwicklung neuer Speichertechnologien ein. Am 2. Februar gab das in Tokio ansässige Unternehmen SAIMEMORY, eine Tochtergesellschaft von SoftBank, die Unterzeichnung eines Vertrags mit Intel zur Entwicklung von „Z-Angle Memory“ bekannt. Dabei handelt es sich um einen neuartigen Chip, der die KI-Inferenz – also den Bereich, in dem Modelle im Produktivbetrieb tatsächlich ausgeführt werden – verbessern soll.
Diese Chips müssen große Datenmengen schnell verarbeiten, weniger Strom verbrauchen und eine höhere Speicherkapazität aufweisen. Geplant ist, die Prototypenentwicklung bis März 2028 zu starten und die Chips möglicherweise ab dem Geschäftsjahr 2029 kommerziell zu vertreiben.
Lip-Bu ignorierte unterdessen das größere Problem nicht: den Mangel an Speicherchips. Er erklärte auf dem Cisco AI Summit, dass die Nachfrage von KI-Rechenzentren die Situation verschärft habe.
Das Angebot reicht nicht aus, weshalb Speicherhersteller die Preise immer weiter in die Höhe treiben können. Lip-Bu bezeichnete KI als die „größte Herausforderung“ für Speicher und sagte, er erwarte „keine Entspannung vor 2028“
Intel will mit Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC) konkurrieren, die bereits Chips für die meisten der weltweit größten Hersteller produziert. Doch aktuell sind Nvidias GPUs noch immer die erste Wahl für KI-Anwendungen. AMD liegt dicht dahinter. Mit dieser Neueinstellung und Übernahmen wie SAIMEMORY wagt Intel nun endlich größere Schritte. Jetzt muss das Unternehmen beweisen, dass es damit Erfolg hat.
Wenn Sie das hier lesen, sind Sie schon einen Schritt voraus. Bleiben Sie mit unserem Newsletter auf dem Laufenden .