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Kanada meldet im vierten Quartal 2025 aufgrund der Unsicherheit bezüglich der US-Zölle ein stagnierendes BIP-Wachstum

CryptopolitanJan 30, 2026 6:50 PM

Experten gehen davon aus, dass die kanadische Wirtschaft im vierten Quartal 2025 einentracverzeichnete, nachdem das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im November stagnierte. Das Land sah sich im vergangenen Jahr aufgrund der von der Trump-Regierung verhängten Zölle mit erheblicher Handelsunsicherheit konfrontiert, was maßgeblich zu dieser wirtschaftlichen Abschwächung beitrug.

Aktuelle Daten von Statistics Canada (StatCan) deuten darauf hin, dass das Land das Jahr 2025 möglicherweise schwach abgeschlossen hat, nachdem die im November veröffentlichten Daten ein stagnierendes BIP-Wachstum erkennen ließen. Erste Schätzungen gehen nun von einem Rückgang des realen BIP-Wachstums im vierten Quartal 2025 aus, nach einem leichten, aber positiven Wachstum im dritten Quartal. Zwar verzeichnete der Dienstleistungssektor im November ein moderates Wachstum, doch wurde dieses positive Ergebnis weitgehend durch die Schwäche der produzierenden Industrie, wie beispielsweise des verarbeitenden Gewerbes, kompensiert.

Diese Informationen folgen auf ein schwieriges Geschäftsjahr für Kanada aufgrund der hohen Zölle der Trump-Regierung. Anfang März 2025 verhängte die Trump-Regierung einen 25-prozentigen Zoll auf alle kanadischen Produkte, der Anfang August auf 35 Prozent erhöht wurde. Zu diesen US-Zöllen gehörten auch ein 10-prozentiger Zoll auf Energieressourcen wie Öl und kritische Mineralien aus Kanada sowie ein 25-prozentiger Zoll auf Stahl- und Aluminiumimporte, der Anfang Juni auf 50 Prozent anstieg. Zusätzlich erhoben die USA im April 2025 einen 25-prozentigen Zoll auf Autoimporte. Die kanadische Fertigungsindustrie war von diesen Zöllen besonders stark betroffen, was die schwachen Wachstumszahlen dieses Sektors im November des vergangenen Jahres erklärt.

Kanadas wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2025 angesichts der Unsicherheit bezüglich der Zölle

Kanada und die Vereinigten Staaten pflegen seit jeher eine tron Wirtschaftspartnerschaft, wobei ein Großteil der kanadischen Wirtschaft von den USA abhängig ist. Nachdem die Trump-Administration die ersten Zölle gegen ihren nördlichen Verbündeten verhängt hatte, meldete die kanadische Regierung einen Rückgang des realen BIP-Wachstums um 1,6 % zwischen dem ersten und zweiten Quartal 2025. Der Wert der kanadischen Exporte (Waren und Dienstleistungen) sank in diesem Zeitraum um 10,8 %, während der Wert der Importe aus demselben Sektor um 3,5 % zurückging.

Die kanadische Regierung überraschte die Welt jedoch mit der Veröffentlichung positiver Daten für das dritte Quartal 2025. Zur Überraschung vieler Experten zeigten diese Daten ein reales BIP-Wachstum von 2,6 % zwischen dem zweiten und dritten Quartal. Dies bewies die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit Kanadas trotz des anhaltenden Handelskriegs mit den USA. Auch der Wert der kanadischen Exporte (Waren und Dienstleistungen) stieg in diesem Zeitraum um 1,8 %, während der Wert der Importe im selben Sektor um weitere 1,6 % zurückging. Dieser erfolgreiche wirtschaftliche Kurswechsel der kanadischen Regierung nach einem schwierigen zweiten Quartal wurde maßgeblich durch das Wachstum der Exporte in Nicht-US-Märkte getragen.

Ein offizieller Bericht zur kanadischen Wirtschaftsentwicklung im vierten Quartal liegt noch nicht vollständig vor. Die derzeit verfügbaren Daten zeigen jedoch, dass die Wirtschaft des Landes trotz der deutlichen Erholung im dritten Quartal Ende letzten Jahres stagnierte. Die Bank von Kanada prognostiziert für 2025 ein reales BIP-Wachstum von rund 1,2 Prozent, was einen deutlichen Rückgang gegenüber dem realen BIP-Wachstum von 2,3 Prozent im Jahr 2024 bedeutet.

Kanadas Wirtschaftsausblick 2026

Das prognostizierte reale BIP-Wachstum Kanadas im Jahr 2026 liegt aktuell bei 1,1 % und damit etwas niedriger als im Vorjahr. Diese Prognose geht von einem moderaten Wirtschaftswachstum im Jahr 2026 aus, wobei sich diese Daten im Laufe des Jahres noch ändern können. Solange keine neue Vereinbarung getroffen wird, bleiben die US-Zölle eine Belastung für die kanadische Wirtschaft, obwohl eine weitere Ausweitung der Exporte in Nicht-US-Märkte sich positiv auswirken könnte.

Kanada hat kürzlich ein bedeutendes Handelsabkommen mit der chinesischen Regierung geschlossen, im Rahmen dessen das Land plant, seine Exporte nach China bis 2030 um 50 % zu steigern. Die Fertigstellung der Trans-Mountain-Pipeline (TMX) im Jahr 2024 hat es Kanada zudem ermöglicht, seine Ölexporte in bisher unerschlossene Energiemärkte im Pazifik und in Asien erheblich auszuweiten. Diese neue wirtschaftliche Chance birgt großes Erfolgspotenzial für das Jahr 2026, in dem Öl zu den wichtigsten Exportgütern Kanadas zählen wird.

Diese Diversifizierung weg von US-Exporten ist Teil eines umfangreichen Konjunkturprogramms, das Kanada 2026 erhalten soll – das größte der letzten sechs Jahre. Neben der Exportdiversifizierung plant die kanadische Regierung zudem umfangreiche, defi Investitionen, Projekte zum Aufbau des Landes und Initiativen für den Freihandel im Inland. Oxford Economics prognostiziert, dass 2026 für die kanadische Wirtschaft ein Jahr der Anpassung und der Chancen sein wird. Neben dem Handelskrieg mit den USA stellen die hohe Verschuldung der privaten Haushalte, die sinkende Bevölkerungszahl und ein überbewerteter Immobilienmarkt erhebliche Wachstumsrisiken dar.

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