
OpenAI hat Pläne für einen Börsengang im vierten Quartal 2026 bekannt gegeben. Der Wettlauf um die Börsennotierung gegen den Konkurrenten Anthropic geht damit in die entscheidende Phase. Das KI-Unternehmen hat im Vorfeld des Börsengangs still und leise sein Finanzteam verstärkt und unter anderem Ajmere Dale als Chief Accounting Officer und Cynthia Gaylor als Corporate Business Finance Officer eingestellt, die die Investor Relations verantworten wird.
OpenAI-Chef Sam Altman wird voraussichtlich einige seiner Aufgaben beim Börsengang des Unternehmens an die ehemalige Instacart-CEO Fidji Simo delegieren. Simo leitet derzeit als CEO of Applications bei OpenAI die Produkt- und Geschäftsteams.
Altman scheint derweil wenig begeistert von dem Börsengang des KI-Unternehmens zu sein, wie seine Äußerungen im Big Technology Podcast im vergangenen Dezember zeigen. Er hält ihn sogar für ziemlich ärgerlich. Laut WSJ wird 2026 nach der jüngsten Durststrecke jedoch voraussichtlich ein Rekordjahr für Börsengänge werden.
Trotz Altmans eher halbherziger Unterstützung für den Börsengang von OpenAI äußerten Bedenken, im Wettbewerb um den IPO gegen Anthropic ins Hintertreffen zu geraten. Ein Grund für diese Besorgnis ist, dass Anthropic von ehemaligen OpenAI-Führungskräften gegründet wurde und seinen Finanzpartnern bereits signalisiert hat, dass ein Börsengang bis Ende des Jahres infrage kommt.
Sowohl OpenAI als auch Anthropic konkurrieren mit Elon Musks SpaceX , das ebenfalls einen Börsengang im Sommer anstrebt. SpaceX hofft, beim Börsengang über eine Billion US-Dollar einzunehmen, während OpenAI in einer Vorfinanzierungsrunde über 100 Milliarden US-Dollar anstrebt, was das KI-Unternehmen mit 830 Milliarden US-Dollar bewerten würde.
Softbank erwägt unterdessen ebenfalls eine Investition von fast 30 Milliarden US-Dollar in OpenAI, und Amazon hat bereits Gespräche mit dem KI-Unternehmen über eine Investition von bis zu 50 Milliarden US-Dollar geführt. OpenAI-Chef Sam Altman und Amazon-CEO Andy Jassy leiten die Verhandlungen persönlich. Auch Berichten zufolge Investitionen von bis zu 40 Milliarden US-Dollar in OpenAI in Erwägung ziehen.
Anthropic befindet sich hingegen in einer Finanzierungsrunde, die das ursprüngliche Ziel von 10 Milliarden US-Dollar voraussichtlich übertreffen wird. Das Unternehmen hat außerdem Gespräche mit Banken geführt, die an einer Unterstützung des Börsengangs interessiert sind.
Ähnlich wie OpenAI hat auch Anthropic im Hintergrund mehrere Mitarbeiter im Finanzbereich eingestellt, um sich auf den erwarteten Börsengang zum Jahresende vorzubereiten. Andrew Zloto wurde als Leiter des Kapitalmarktgeschäfts eingestellt, und der Blackstone-Investor Kevin Chang, dessen Einstellung noch nicht offiziell bekannt gegeben wurde, ist ebenfalls Teil des Teams
Medienberichten zufolge verlieren sowohl Anthropic als auch OpenAI jedoch jährlich Milliarden von Dollar, da sie bestehende Produkte weiterentwickeln und neue KI-Modelle erstellen. Anthropic wird voraussichtlich erst 2028 die Gewinnschwelle erreichen, etwa zwei Jahre vor OpenAI.
Daher dürfte das Unternehmen, das als erstes an die Börse geht, von einer großen Anzahl öffentlicher Investoren profitieren. Auch von einer hohen Beteiligung einzelner Anleger, die in Unternehmen im Bereich generativer KI investieren möchten, wird eine große Beteiligung erwartet.
„Wir werden in eine Phase mit potenzielldentIPO-Volumina eintreten… Aber wir sind zuversichtlichdent diese angesichts der Größe dieser Unternehmen und des Interesses der Investoren durchführbar sind.“
– Eddie Molloy , globaler Co-Leiter des Bereichs Aktienkapitalmärkte bei Morgan Stanley
Molloy glaubt zudem, dass diese Börsengänge einen regelrechten Ansturm von Anlegern am öffentlichen Markt auslösen könnten, die schon lange auf die Chance warten, vom KI-Boom zu profitieren. Diese Einschätzung teilt auch Jeremy Abelson, Investor bei Irvin Investors, der anmerkt, dass es das erste Mal seit 20 Jahren sei, dass private Unternehmen eine so große Wirkung und Bedeutung hätten.
Renaissance Capital stellt fest, dass Börsengänge seit 2021 rückläufig sind, nachdem in den USA knapp 397 Unternehmen über 142 Milliarden US-Dollar einnahmen. Für 2025 prognostiziert das Unternehmen rund 202 Börsengänge in den USA mit einem Erlös von 44 Milliarden US-Dollar. Diese positive Entwicklung wurde jedoch durch die Unsicherheit bezüglich der Zölle beeinträchtigt.
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