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Die Pinterest-Aktien fielen um mehr als 10 %, nachdem das Unternehmen Entlassungen angekündigt hatte

CryptopolitanJan 27, 2026 9:28 PM

Die Aktien von Pinterest brachen am Dienstag ein und fielen um mehr als 10 %, nachdem das Unternehmen angekündigt hatte, fast 15 % seiner Belegschaft zu entlassen und seine Immobilieninvestitionen einzuschränken.

Das bedeutet den Verlust hunderter Arbeitsplätze. All das geschieht, während Pinterest mit Hochdruck daran arbeitet, künstliche Intelligenz in alle Geschäftsbereiche zu integrieren.

Das Unternehmen teilte in einer Börsenmitteilung mit, dass die Entlassungen bis Ende September, also zum Ende des dritten Quartals, abgeschlossen sein werden. Zuletzt beschäftigte Pinterest weltweit über 4.500 Mitarbeiter.

Diese Kürzungen bedeuten, dass bis zum Herbst etwa 600 bis 675 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren werden. Zudem rechnet das Unternehmen mit Restrukturierungskosten vor Steuern in Höhe von 35 bis 45 Millionen US-Dollar. Der Großteil davon entfällt auf Abfindungen und die Reduzierung von Büromietverträgen.

Pinterest stellt KI in den Mittelpunkt und restrukturiert Marketing und Vertrieb

Das ist nicht einfach nur eine Entlassungsrunde. Pinterest hat deutlich gemacht, dass die gesamte Unternehmensstruktur auf KI ausgerichtet wird. Ressourcen werden in KI-intensive Teams umverteilt, während Bereiche, die diesem Ziel nicht dienen, abgebaut werden. Dazu gehört auch die Umstrukturierung von Vertrieb und Marketing. KI spielt nun die Hauptrolle.

Pinterest konzentriert sich nach eigenen Angaben auf den Ausbau KI-gestützter Funktionen. Bereits im Oktober wurde der „Pinterest Assistant“ eingeführt, der Nutzern durch intelligentere Suchfunktionen das Einkaufen auf der Plattform erleichtern soll. Für Werbetreibende setzt die Plattform zudem verstärkt auf automatisierte Anzeigentechnologie, die es Marketern ermöglichen soll, mit weniger manuellem Aufwand bessere Ergebnisse zu erzielen.

CEO Bill Ready behauptete im November: „Unsere Investitionen in KI und Produktinnovationen zahlen sich aus.“ Er bezeichnete Pinterest als führend im Bereich der visuellen Suche und sagte, es sei mittlerweile ein KI-gestützter Einkaufsassistent für 600 Millionen Menschen. Das ist eine beeindruckende Zahl. Doch die Wall Street reagierte verhalten. Die Aktie stürzte ab, und die Anleger waren von den Umstrukturierungsnachrichten offensichtlich nicht begeistert.

Nicht nur Pinterest macht das. Laut Challenger, Gray & Christmas verloren im vergangenen Jahr rund 55.000 US-amerikanische Arbeitnehmer aufgrund von Veränderungen im Bereich der KI ihre Jobs. Unternehmen aller Branchen bauen Personal ab und ersetzen es durch KI-Tools, die Aufgaben schneller und kostengünstiger erledigen können. Ob das wirklich stimmt oder nur eine fadenscheinige Ausrede ist, darüber lässt sich streiten.

Amazon plant weitere 15.000 Stellenstreichungen und bringt dies lose mit KI in Verbindung

Die Entlassungswelle im KI-Bereich macht bei Pinterest nicht halt. Amazon plant nächste Woche eine zweite Runde von Stellenstreichungen, bei der insgesamt 30.000 Bürostellen abgebaut werden sollen. Zwei mit den internen Diskussionen des Unternehmens vertraute Quellen gaben an, dass die nächste Welle bereits am Dienstag erfolgen könnte.

Amazon hatte bereits im Oktober 14.000 Stellen im Managementbereich abgebaut und die Kürzungen damals mit dem Aufstieg von KI-Software begründet. Man teilte den Mitarbeitern mit, dass „diese Generation von KI die transformativste Technologie seit dem Internet ist“. Diese Aussage tauchte in internen Memos auf und verdeutlichte den Versuch, die Entlassungen als innovationsbedingt darzustellen.

Doch dann ruderte CEO Andy Jassy im Rahmen einer Telefonkonferenz zum dritten Quartal zurück. Er erklärte, die Stellenstreichungen hätten nichts mit Geld oder KI zu tun. „Es geht um die Unternehmenskultur“, sagte er. Er machte die vielen Bürokratieebenen dafür verantwortlich und sagte, Amazon habe einfach zu viele Mitarbeiter, die die gleiche Arbeit verrichteten. Wörtlich sagte er: „Man hat am Ende viel mehr Mitarbeiter als vorher und dadurch auch viel mehr Hierarchieebenen.“

Bereits Anfang 2025 warnte Jassy davor, dass Amazons Mitarbeiterzahl mit der Verbesserung von KI-Tools sinken würde. Diese Prognose bewahrheitet sich nun. Immer mehr Unternehmen setzen KI-Bots ein, um Aufgaben zu automatisieren, Personal abzubauen und Kosten zu senken. Auf seiner AWS-Veranstaltung im Dezember präsentierte Amazon neue KI-Modelle und demonstrierte damit eindrucksvoll, wie rasant sich die Dinge verändern.

Die insgesamt 30.000 Stellenstreichungen machen dennoch weniger als 2 % der 1,58 Millionen Amazon-Mitarbeiter aus. Da der Großteil der Amazon-Belegschaft weiterhin in Lagern und Logistikzentren arbeitet, betreffen die Entlassungen hauptsächlich Positionen in der Unternehmenszentrale.

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