Große Technologieunternehmen, die einst die Portfolios der Anleger dominierten, sehen ihren Marktwert schwinden, da der Aufstieg von Werkzeugen der künstlichen Intelligenz die Arbeitsweise von Unternehmen grundlegend verändern könnte.
Große Namen der Softwarebranche haben in letzter Zeit an den Börsen stark an Wert verloren. Salesforce, Adobe und ServiceNow haben seit Anfang letzten Jahres jeweils mehr als 30 % ihres Wertes eingebüßt. Ein Index, trac , ist im gleichen Zeitraum um über 20 % gefallen .
Der Rückgang beschleunigte sich diesen Monat. Claude Code durch Anthropic , das laut Experten die Entwicklungszeit komplexer Softwareprogramme drastisch verkürzen kann. Die Technologie hat Bedenken hinsichtlich des sogenannten „ vibe Coding“ ausgelöst, bei dem KI-Systeme Anwendungen und Websites in kürzester Zeit generieren.
„Die Erzählung hat sich wirklich verschoben“, sagte Rishi Jaluria, der für RBC Capital Markets Softwareunternehmen analysiert.
Laut Jaluria hat sich die Marktstimmungmaticgewandelt. Anfangs glaubten die Anleger, Softwareunternehmen würden von KI-Entwicklungen profitieren. Jetzt stellen sie sich eine andere Frage: „Ist KI nur das Ende der Softwarebranche?“
Die kommenden Tage werden weitere Aufschlüsse über die allgemeine Lage der Technologiebranche liefern. Apple, Meta Platforms und Microsoft werden ihre Quartalsberichte veröffentlichen. Auch die US-Notenbank Federal Reserve hält eine Sitzung ab, wobei jedoch keine Zinsänderungen erwartet werden.
Diese Kehrtwende markiert eine erstaunliche Wende für eine Branche, die noch vor wenigen Jahren die Aufmerksamkeit der Wall Street dominierte.
Im Laufe der 2010er-Jahre schien Software Marc Andreessens Vorhersage, sie würde „die Welt erobern“, zu erfüllen. Schnelle Internetverbindungen und Cloud Computing trieben diese Expansion voran. Unternehmen konnten Speicherplatz von Anbietern wie Amazon.com mieten, anstatt eigene Rechenzentren zu betreiben. Überall entstanden neue Softwareunternehmen
Sie kümmerten sich um alles, von der Terminplanung und Zahlungsabwicklung in Yogastudios bis hin zur Cybersicherheitsabwehr von Unternehmen.
Die Sicht der Wall Street auf den Sektor wandelte sich grundlegend. Einst als riskant eingestuft, erwarb sich Software einen Ruf für Zuverlässigkeit. Unternehmen wechselten die Produkte nach der Integration in ihre Betriebsabläufe nur selten. Langfristige Abonnementverträge sicherten planbare Einnahmen . Investoren schätzten dies sehr.
Die Aktienkurse stiegen rasant. Der Sektortraceinen massiven Zufluss an Fremdkapital, da Private-Equity-Firmen in Scharen Unternehmen aufkauften. Die während der Pandemie übliche Arbeit im Homeoffice trieb den Boom zusätzlich an. Sinkende Zinsen verbilligten die Kreditaufnahme und befeuerten das Wachstum zusätzlich.
Die Dinge begannen sich zu ändern, als die Raten Jahr 2022 stiegen und die Arbeitnehmer in die Büros zurückkehrten.
Kreditgeber, die Softwareübernahmen finanziert hatten, begannen, zu bekommen . Der Wettbewerb verschärfte sich. Unternehmen mit hoher Schuldenlast gerieten in Schwierigkeiten.
Kreditausfälle bei Softwareunternehmen waren vor 2020 praktisch unbekannt. Das lag unter anderem daran, dass die Kreditvergabe an solche Unternehmen noch relativ neu war. Laut PitchBook LCD konnten jedoch in den letzten zwei Jahren 13 Softwareunternehmen ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. Dies umfasst sowohl Insolvenzen als auch außergerichtliche Schuldenrestrukturierungen.
Quest ist ein Beispiel für diese Herausforderungen. Das Unternehmen entwickelt die Software OneLogin zur Mitarbeiterauthentifizierung. Clearlake Capital erwarb Quest Anfang 2022 mit 3,6 Milliarden US-Dollar an Investorenkrediten. Obwohl Quest vom Trend zum Homeoffice profitierte, geriet das Unternehmen unter seiner Schuldenlast und sah sich gleichzeitig der Konkurrenz durch Okta, einen größeren Wettbewerber, gegenüber. Im vergangenen Juni erzielte Quest eine Restrukturierungsvereinbarung mit den Kreditgebern.
Die Ausfallraten für Softwarekredite liegen weiterhin unter denen von Buyout-Krediten insgesamt. Investoren haben sich nicht vollständig zurückgezogen. Allerdings ist die Prämie, die Investoren für das Halten von Softwarekrediten über den Referenzzinssätzen verlangen, in den letzten 15 Monaten gestiegen. Dies geschah, obwohl die allgemeinen Kreditprämien laut Daten von PitchBook LCD, die dem WSJ vorliegen, leicht gesunken sind.
„Die Investorenbasis prüft diese Softwareunternehmen defiviel genauer“, sagte Vince Flanagan, der bei Seix Investment Advisors Portfolios verwaltet.
Das Aufkommen von KI hat die Vorsicht verstärkt. Zu den größten Gefahren zählen die neue Konkurrenz durch neue Marktteilnehmer und Unternehmen, die ihre eigene Software entwickeln, anstatt externe Anbieter zu beauftragen.
Die meisten Analysten nicht davon aus, dass Softwareunternehmen bald verschwinden werden. Die unmittelbarere Sorge sei das langsamere Umsatzwachstum, erklärte Jaluria. Kunden würden Alternativen testen, anstatt die üblichen Upgrades und Zusatzfunktionen zu kaufen.
Jaluria glaubt, dass KI „fette, träge etablierte Unternehmen“ schädigen könnte, während sie innovativen Unternehmen hilft, die KI zur Verbesserung ihres Angebots einsetzen.
Die Begeisterung für KI hat die Aktienkurse in letzter Zeit auf Rekordniveau getrieben. Doch Anleger sind wählerischer geworden, in welche KI-Unternehmen sie investieren.
Unternehmen nehmen hohe Kredite für KI-Infrastrukturprojekte auf. Kreditgeber gehen dabei vorsichtig vor. Sie fordern von Großinvestoren wie Meta und Oracle im Verhältnis zu deren Bonität höhere Zinszahlungen.
„Die Investoren stellen schwierige Fragen“, fügte er hinzu. „Sind diese Investitionen nachhaltig? Werden sie profitabel sein? Werden sie cash generieren oder nicht?“
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