Die Trump-Regierung investiert 1,6 Milliarden Dollar in USA Rare Earth – die bisher größte Investition im Seltene-Erden-Sektor. Das börsennotierte Unternehmen mit Sitz in Oklahoma besitzt bedeutende Vorkommen an schweren Seltenen Erden in den USA.
Die Finanzierung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Washington fieberhaft versucht, die Kontrolle über Materialien zu sichern, die für die Lieferketten der nationalen Verteidigung, der Energieversorgung und der Technologie von entscheidender Bedeutung sind.
Die Bundesregierung wird über 16,1 Millionen Aktien zum Preis von je 17,17 US-Dollar und Optionsscheine für weitere 17,6 Millionen Aktien zum gleichen Preis eine 10-prozentige Beteiligung an dem Bergbauunternehmen erwerben.
Der Aktienkauf hat einen Gesamtwert von 277 Millionen Dollar, doch die Regierung rechnet bereits mit einem impliziten Gewinn von 490 Millionen Dollar, basierend auf dem aktuellen Aktienkurs des Unternehmens von 24,77 Dollar. Und das ist nur der Eigenkapitalteil.
Zusätzlich werden weitere 1,3 Milliarden Dollar an vorrangig besicherten Schulden übergeben, die aus einer Finanzierungsfazilität innerhalb des Handelsministeriums stammen und im Rahmen des CHIPS and Science Act von 2022 geschaffen wurden.
Ein Beamter des Chips-Büros, der Gruppe, die die Verhandlungen leitete, sagte, man konzentriere sich darauf, „kritische und strategische Mineralien, die für die Halbleiter-Lieferkette und die nationale Sicherheit der USA unerlässlich sind, ins Inland zurückzuholen“
Das Büro ist dem National Institute of Standards and Technology (NIST) unterstellt, welches wiederum dem Handelsministerium untersteht. Dieses Ministerium hat sich bisher geweigert, die Transaktion öffentlich zu kommentieren.
Der Fremdkapitalanteil des Deals wird zu marktüblichen Zinssätzen begeben und direkt mit USA Rare Earth strukturiert. Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund eines regelrechten Investorenbooms im Bereich Seltener Erden.
Anfang dieser Woche erklärte Trump, die USA hätten einen „Rahmen“ fertiggestellt, der zu Abkommen über Grönlands unerschlossene Mineralvorkommen führen könnte. Ein Insider stellte jedoch klar: Dieses Abkommen hat nichts mit Grönland zu tun.
Die Aktien von USA Rare Earth haben sich in diesem Jahr mehr als verdoppelt, allein in dieser Woche stiegen sie um 40 %. Das Unternehmen wird nun mit 3,7 Milliarden US-Dollar bewertet und betreibt eine riesige Seltene-Erden-Mine in Sierra Blanca, Texas.
Laut Angaben des Unternehmens beherbergt das Gelände 15 der 17 Seltenerdelemente, die zur Herstellung von Mobiltelefonen, Kampfflugzeugen und Raketen benötigt werden. Außerdem errichtet das Unternehmen in Stillwater, Oklahoma, eine Magnetproduktionsanlage.
Diese staatliche Förderung findet nicht isoliert statt. USA Rare Earth sammelt zudem im Rahmen eines separaten Deals über eine Milliarde Dollar an privatem Eigenkapital ein.
Diese Aufgabe wird von Cantor Fitzgerald übernommen, dem Wall-Street-Giganten, der einst Howard Lutnick gehörte, dem heutigen Handelsminister unter Trump. Mittlerweile wird das Unternehmen von seinen Söhnen geleitet.
Die private Kapitalbeschaffung steht zwar nicht im Zusammenhang mit der staatlichen Investition, ist aber Teil einer größeren Initiative. Das Unternehmen benötigte lediglich 500 Millionen Dollar, um die Bedingungen des Regierungsabkommens zu erfüllen; diese Summe hat es bereits erreicht.
Die gewählte Finanzierungsmethode ist als PIPE-Finanzierung (Private Investment in Public Equity) bekannt. Laut unternehmensnahen Quellen war die Nachfrage nach dem Deal hoch.
Cantor unterstützte das Unternehmen im vergangenen Jahr beim Börsengang über eine Zweckgesellschaft im März. Obwohl Cantor bei dem Deal mit der Bundesregierung nicht beratend tätig war, gewinnt die Rolle der Kanzlei im Zuge von Trumps „America First“-Initiative deutlich an Bedeutung. Und dies ist nicht das erste Mal, dass die Regierung in diesem Bereich aktiv wird.
Erst im vergangenen Jahr investierte die Regierung massiv in MP Materials, Lithium Americas, Trilogy Metals und andere Unternehmen. Einige dieser Deals sorgten für Aufsehen. So investierte die Regierung beispielsweise drei Monate nach dem Einstieg der Risikokapitalgesellschaft von Donald Trump Jr. in das Seltene-Erden -Start-up Vulcan Elements.
Das Verteidigungs- und das Handelsministerium arbeiten eng zusammen, um die lokale Produktion anzukurbeln. USA Rare Earth ist der jüngste Baustein dieser Bemühungen, aber nicht der letzte.
Das Weiße Haus will die Rohstoffversorgung sichern, und Trump sorgt dafür, dass dies gelingt, indem er die Regierung direkt an den Besitzverhältnissen beteiligt. Das betrifft Seltene Erden, Chips, Stahl und alles andere, was ihnen patriotisch wichtig erscheint.
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