Die indische Strafverfolgungsbehörde (Enforcement Directorate, ED) hat die Festnahme zweier Verdächtiger im Zusammenhang mit dem BitConnect-Kryptobetrug bekannt gegeben. Laut den Behörden umfasste der BitConnect-Kryptobetrug mehrere Straftaten, darunter globalen Betrug, Entführung und Erpressung im Zusammenhang mit Tausenden von Bitcoin und Millionen in cash.
Laut einer Erklärung der indischen Behörde wurden die Verdächtigen von Beamten des Regionalbüros Ahmedabad gemäß dem Geldwäschegesetz festgenommen. Die Beamten gaben an, dass es sich bei den Festgenommenen um den 33-jährigen Nikunj Pravinbhai Bhatt und den 49-jährigen Sanjay Kotadia handele. Sie behaupteten, die Verdächtigen seien im Zusammenhang mit dem BitConnect- Betrug .
Die Geldwäscheermittlungen gegen die Verdächtigen wurden aufgrund mehrerer Anzeigen der Kriminalpolizei Surat gegen den BitConnect-Gründer Satish Jurjibhai Kumbhani und weitere Beteiligte eingeleitet. Laut Ermittlern sollen Kumbhani und seine Komplizen die Öffentlichkeit zur Investition in BitConnect Coin verleitet und die Erlöse des Anlageprogramms unterschlagen haben, um Bitcoin und andere Luxusgüter zu erwerben.
Das Betrugssystem lief zwischen November 2016 und Januar 2018 und umfasste das Angebot nicht registrierter digitaler Vermögenswerte über das Kreditprogramm von BitConnect. Ziel waren Investoren weltweit, darunter auch zahlreiche Anleger in Indien. Die indische Finanzbehörde (ED) gab dass BitConnect behauptete, eine renditestarke Investmentplattform zu sein. Die Plattform behauptete, einen proprietären Volatilitäts-Trading-Bot zu verwenden, der monatliche Renditen von bis zu 40 % für seine Nutzer generieren könne.
Die Behörde stellte fest, dass die Behauptungen Lügen waren und dazu dienten, ein falsches Bild vom Wachstum der Plattform zu erzeugen, darunter mehrere gefälschte Tagesrenditen von rund 1 % auf der Website. Die Gelder wurden später in digitale Vermögenswerte umgeleitet, die vom Beschuldigten und seinen Komplizen kontrolliert wurden, anstatt für den Handel verwendet zu werden. Die zweite Anzeige bezog sich auf die Entführung zweier Mitarbeiter von Kumbhani, Piyush Savaliya und Dhaval Mavani, die angeblich von Shailesh Bhatt angeordnet worden war.
Die Behörden gaben an, die Entführung habe der Wiedererlangung einer von Komplizen gestohlenen Investition in BitConnect Coin gedient. Sie behaupteten, Mavani habe 2.254 Bitcoin, 11.000 Litecoinund 14,5 Crore Rupien (ca. 1,7 Millionen Euro) in cash für seine Freilassung erpresst. Die indische Finanzbehörde ED gab an, Nikunj Bhatt sei an der Entführung und Erpressung beteiligt gewesen. Die Behörde behauptete, er habe für seine Beteiligung an der Operation rund 266 Bitcoin erhalten, besitze aber mittlerweile noch 10,9 Bitcoin aus seinem Zahlungsvermögen.
Die indische Behörde behauptete, Bhatt habe wissentlich mehr als 246 Bitcoin über Drittanbieter-Krypto-Wallets transferiert, um Besitz und Herkunft zu verschleiern. Anschließend habe er sie in Ethereum und USDT umgewandelt und schließlich auf verschiedene Wallets, darunter solche mit Verbindungen zu Sanjay Kotadia, transferiert. Die ED stellte außerdem fest, dass Bhatt mindestens 20,70 Crore Rupien (ca. 2,5 Millionen Euro) auf verbundene für Kryptohandelszwecke transferiert hatte. Kotadia selbst habe weitere 4,05 Crore Rupien (ca. 500.000 Euro) für ähnliche Zwecke abgehoben.
Die indische Finanzbehörde ED führte am 9. Januar Durchsuchungen an fünf Orten durch, die zur Beschlagnahme mehrerer digitaler Geräte, belastender Dokumente und cashsowie zur Einfrierung von Vermögenswerten, darunter Aktien und digitale Vermögenswerte, führten. Der Wert der eingefrorenen Vermögenswerte wurde auf rund 190 Millionen Rupien geschätzt. Die ED gab an, dass beide Männer während der Vernehmung unvollständige Angaben gemacht und gelogen hätten, um die Ermittlungen trotz wiederholter Gelegenheiten zur Kooperation zu behindern.
Aus diesem Grund stufte die indische Behörde die beiden als fluchtgefährdet ein und beantragte beim Gericht, sie in Untersuchungshaft zu behalten. Das Gericht ordnete vier Tage Untersuchungshaft an und forderte die ED auf, die Männer nach Abschluss der Ermittlungen anzuklagen. Forensische Analysen der ED ergaben zudem Transaktionen und Geldflüsse, die die Verbindung zwischen den beiden Festgenommenen belegen. Die ED gab an, die Ermittlungen dauerten noch an, es sei aber bereits gelungen, 21,7 Milliarden Rupien von einem der Hauptverdächtigen zu beschlagnahmen.
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