China hat seine größten Technologieunternehmen angewiesen, Bestellungen für Nvidia H200 KI-Chips vorzubereiten. Dies deutet auf eine bevorstehende Genehmigungsentscheidung hin. Alibaba, Tencent und ByteDance wurden informiert, dass sie mit den Vorbereitungsarbeiten für diese Käufe beginnen können.
Die Aufsichtsbehörden haben bereits eine vorläufige Genehmigung für die Unternehmen erteilt, die nächste Phase einzuleiten. Diese Genehmigung ermöglicht Gespräche über Mengen, Zeitpläne und Lieferplanung.
Die Behörden haben die Unternehmen außerdem darüber informiert, dass sie bei ihren Beschaffungsplänen auch einheimische Chips berücksichtigen müssen. Eine konkrete Zahl wurde nicht genannt. Diese Maßnahme soll die lokalen Anbieter unterstützen, während ausländische Chips wieder zugelassen werden.
Der betreffende Chip ist eine Generation hinter Nvidias fortschrittlichsten Modellen angesiedelt. Dennoch ist der H200 leistungsstark genug, um große KI-Modelle zu trainieren und auszuführen, die von großen Cloud-Plattformen verwendet werden.
Der Genehmigungsprozess zeigt, dass China den Bedürfnissen von Hyperscale-Betreibern Rechnung trägt, die Milliarden in den Bau von Rechenzentren investieren. Diese Zentren unterstützen Suchwerkzeuge, Empfehlungssysteme und neue KI-Produkte, die in Verbraucher-Apps zum Einsatz kommen.
Die Nachricht von den Gesprächen ließ die Nvidia-Aktien im vorbörslichen Handel um bis zu 2,3 Prozent steigen. Die American Depositary Receipts (ADRs) von Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC) legten um 1,3 Prozent zu. Da TSMC Chips für Nvidia produziert, wirken sich erneute Lieferungen direkt auf den Auftragseingang aus.
Die Gespräche unterstreichen auch, welch zentrale Rolle der H200 in den US-chinesischen Handelsverhandlungen einnimmt. Der Chip fällt unter die von der Trump-Regierung festgelegten Regeln, die den Export älterer Hardware weiterhin erlauben.
Gleichzeitig blockiert Washington aus Sicherheitsgründen weiterhin den Verkauf von Nvidias fortschrittlichsten Prozessoren.
Für Nvidia ist diese Öffnung von großer Bedeutung. Das Unternehmen hat monatelang versucht, nach den durch Beschränkungen verursachten Umsatzeinbrüchen wieder Zugang zum Markt zu erhalten. Jensen Huang prognostizierte, dass allein der Markt für KI-Chips in den kommenden Jahren ein Volumen von 50 Milliarden US-Dollar erreichen könnte. Dieser Umsatz ist für Investoren, die den Erholungsprozess des Unternehmens verfolgen, zu einem wichtigen Bezugspunkt geworden.
Jensen Huang, CEO von Nvidia, plant vor dem chinesischen Neujahr Mitte Februar eine Reise nach China. Zwei Quellen bestätigten gegenüber CNBC, dass der Besuch auch einen Zwischenstopp in Peking für eine Firmenveranstaltung beinhalten wird. Huang wird voraussichtlich während der Reise auch potenzielle Käufer treffen und die Herausforderungen beim Versand von in den USA zugelassenen Produkten erörtern.
Diese Herausforderungen haben die Lieferungen in den letzten Monaten verlangsamt. Selbst wenn Chips für den Verkauf freigegeben sind, gestaltet sich der Transport nach China schwierig. Lieferkettenprobleme wie Verzögerungen durch bürokratische Hürden und Transportschwierigkeiten verlängern die Lieferzeiten um Wochen.
Der chinesische Markt trug einst mindestens ein Fünftel zu Nvidias Umsatz im Rechenzentrumsbereich bei. Dieser Anteil sank nach Inkrafttreten der Exportkontrollen deutlich. Seitdem haben lokale Unternehmen wie Huawei und Cambricon ihre Produktion ausgebaut und die durch den Wegfall ausländischer Anbieter entstandenen Lücken gefüllt.
Beide Unternehmen haben Pläne angekündigt, die Produktion weiter auszubauen, da die Nachfrage nach KI-Hardware stetig steigt.
Letzte Woche berichtete The Information, dass die Behörden den Kauf von H2O nur für begrenzte Zwecke wie Forschungszwecke gestatten würden.
Auf Nachfrage zu diesem Bericht erklärte das Handelsministerium, ihm sei die Situation nicht bekannt. Offizielle Stellen haben sich bisher nicht öffentlich dazu geäußert, ob Importe genehmigt werden.
Gleichzeitig treibt China seine Bemühungen um Selbstversorgung voran. Die Regierung bereitet Anreize im Wert von bis zu 70 Milliarden US-Dollar für den Chipsektor vor. Ziel dieser politischen Initiative ist es, die Abhängigkeit von ausländischen Zulieferern zu verringern und gleichzeitig den Betrieb wichtiger Technologieplattformen aufrechtzuerhalten.
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