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China nimmt Metas 2-Milliarden-Dollar-Kauf des KI-Startups Manus genauer unter die Lupe

Jan 23, 2026 1:27 PM

Metas 2-Milliarden-Dollar-Deal zur Übernahme von Manus, einem in China gegründeten KI-Startup, wird nun in Peking umfassender untersucht.

Was als Überprüfung der nationalen Sicherheit und der Technologieexporte begann, hat sich zu einer umfassenden Prüfung von Geldtransfers, Steuererklärungen und Auslandsinvestitionen entwickelt. Die Behörden durchleuchten nun jeden einzelnen Teil des Abkommens.

Der Deal ging schnell über die Bühne. Meta schloss ihn im vergangenen Dezember innerhalb von etwa zehn Tagen ab. Damals erklärte das Unternehmen, dies sei Teil eines größeren Plans zur Entwicklung von Tools, die Nutzern mithilfe künstlicher Intelligenz bei der Erledigung von Aufgaben helfen. In China herrschte jedoch die Sorge, ob sensible Daten oder Technologien an die Vereinigten Staaten weitergegeben worden waren.

China folgt dem Geld und beobachtet Singapurs Spuren

Die von Manus entwickelten KI-Tools erregten Anfang des Jahres Aufmerksamkeit. Das Unternehmen brachte Agenten auf den Markt, die Nutzern mithilfe einfacher Anweisungen bei Aufgaben wie dem Sortieren von Lebensläufen, der Reiseplanung und der Aktienrecherche helfen.

Das Unternehmen gab an, sein Dienst funktioniere besser als einige Bereiche von OpenAIs Deep Research. Dies weckte das Interesse von Investoren und Konkurrenten wie Baidu und ByteDance, die daraufhin mit der Entwicklung eigener Versionen begannen.

Doch nun richtet sich die Aufmerksamkeit auch auf die chinesische Regierung. Beamte prüfen, ob der Verkauf gegen irgendwelche Regeln verstoßen hat. Sie untersuchen nun auch die Geldflüsse, die korrekte Steuerzahlung und die Rechtmäßigkeit der gesamten Auslandsstruktur. Personen, die mit dem Fall vertraut sind, bestätigen, dass die Regierung die Angelegenheit sehr ernst nimmt.

Manus blieb nicht in China. Das Unternehmen wurde in Peking unter dem Dach der Muttergesellschaft Butterfly Effect gegründet. Doch bereits im Juli begann es, Mitarbeiter nach Singapur zu verlegen. Das war keine Kleinigkeit. Dutzende Mitarbeiter wollten nicht gehen und kündigten. Das weckte Misstrauen.

Die Beamten bemerkten den Ausgang und begannen zu ermitteln, ob Daten ins Ausland gesendet oder Steuern hinterzogen würden.

Viele Startups wie Shein haben ihren Sitz aus China verlegt, um leichter Zugang zu globalen Märkten zu erhalten. Dieses Phänomen wird als „Singapore-Washing“ bezeichnet. Die Unternehmen argumentieren mit Wachstum. Behörden sehen darin eine mögliche Tarnung, um lokale Vorschriften zu umgehen. Für Manus warfen der Zeitpunkt und die Geschwindigkeit dieser Verlagerung tiefergehende Fragen auf.

Der Deal ist bereits abgeschlossen, aber die Verantwortlichen lassen nicht locker

Auch wenn der Deal abgeschlossen ist, heißt das nicht, dass China ihn einfach so hinnehmen wird. Meta ist nun Eigentümer von Manus, und die Investoren haben ihre Auszahlung bereits erhalten.

Das macht eine Rücknahme schwierig, aber nicht unmöglich. Einige Verantwortliche hatten das Unternehmen vor der Übernahme geschätzt. Nachdem das Unternehmen nun alle Verbindungen zu China gekappt hat, hat sich der Tonfall geändert.

Manche fragen sich auch, warum niemand früher nachgeforscht hat. Man ging davon aus, dass Manus durch ältere Produkte wie Monica, eine Browsererweiterung, die in China noch aktiv war, weiterhin Verbindungen dorthin hatte. Der eigentliche KI-Dienst wurde jedoch nie in China eingeführt. Dadurch blieb das Unternehmen eine Zeit lang unentdeckt.

Nach der Übernahme durch Meta ist das Team des Startups (rund 100 Mitarbeiter) nun Teil des US-amerikanischen Tech-Giganten. Alexandr, der bei Meta für die KI-Entwicklung zuständig ist, gab den Wechsel des Teams online bekannt. Red, der am Aufbau von Manus beteiligt war, erklärte, der Deal werde helfen, mehr Menschen zu erreichen. Doch was online gesagt wird, interessiert die Rechercheure nicht.

Entscheidend ist Folgendes: Ein bedeutendes chinesisches KI-Unternehmen wurde von einem amerikanischen Konzern übernommen. Selbst wenn das Produkt nie auf chinesischen Servern zum Einsatz kam, waren die Wurzeln dort. Die Regierung untersucht weiterhin, wie es dazu kommen konnte und welche Regeln möglicherweise gebrochen wurden.

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