
Ein Medtech-Name aus dem Small- und Mid-Cap-Bereich (SMID) rückt bei Piper Sandler wieder stärker in den Fokus – und die Analysten sind überzeugt: Das Setup für die Aktie bis ins Jahr 2026 hinein wird zunehmend attraktiver.
Piper Sandler hat seine Overweight-Einstufung für den Medizintechnik-Konzern LivaNova (LIVN) bekräftigt. Mehr noch: Die Aktie sei aktuell ihr „Lieblings-SMID-Value-Pick“. Der Kern der Argumentation ist klar: Es gibt gleich mehrere potenzielle Kurstreiber, die in den kommenden Quartalen wirken könnten – und der Markt könnte diese noch nicht vollständig eingepreist haben.
Und ja: Die Aktie lief bereits stark. In den vergangenen zwölf Monaten stieg LIVN um rund 43 %, während der S&P 500 im selben Zeitraum bei etwa 13 % lag. Trotzdem sieht Piper Sandler weiterhin Luft nach oben.
Das Brokerhaus erwartet ein solides viertes Quartal und sieht LivaNova gut positioniert, um für 2026 ein stabiles Wachstum zu prognostizieren. Piper verweist darauf, dass der Markt offenbar mit „einem weiteren soliden Zahlenwerk“ rechnet – inklusive der Chance auf einen Beat bei Umsatz und Gewinn („top and bottom-line beat“).
Für das Basisszenario setzt Piper Sandler für 2026 auf:
Und jetzt kommt der Punkt, der für Anleger spannend ist: Die Analysten halten es sogar für möglich, dass die Guidance „einen Tick höher“ ausfallen könnte.
Ein zentraler Baustein der bullischen These ist die Epilepsie-Sparte. Laut Piper unterschätzen viele Investoren den Effekt von Erstattungs-/Reimbursement-Änderungen, die zu Beginn von 2026 in Kraft getreten sind.
Diese Änderungen sollten – so die Analysten – die Wirtschaftlichkeit für Kunden spürbar verbessern. Übersetzt: Wenn sich die ökonomischen Rahmenbedingungen für Kliniken/Anwender verbessern, fällt ein wichtiges Argument gegen die Nutzung weg. Genau das könnte eine Schlüsselhürde für die Adoption senken – und im Ergebnis zu höheren Eingriffsvolumina bei der Vagusnervstimulation (VNS) führen.
Piper untermauert das auch modellseitig: In einer „illustrativen“ Rechnung kommt das Team für das US-Epilepsiegeschäft auf ein Wachstum von rund 7,1 % im Geschäftsjahr 2026 (FY26). Das wären etwa 350 Basispunkte mehr als ihre bisherige Prognose.
Was heißt das konkret?
Wenn diese Logik aufgeht, ist das genau die Art von „leisem“ Katalysator, der oft erst im Nachhinein sichtbar wird: Der Markt schaut auf die Überschrift (Guidance), aber die eigentliche Dynamik entsteht durch bessere Economics, mehr Volumen und daraus folgend operative Hebel.
Neben Epilepsie sieht Piper Sandler einen weiteren Wachstumshebel im Bereich Cardiopulmonary. Dieses Segment habe in den letzten Quartalen wiederholt die Erwartungen übertroffen – und Piper glaubt, dass selbst ihre eigene Prognose für 2026 von rund 7,3 % Wachstum am Ende eher konservativ sein könnte.
Als Rückenwind nennt Piper unter anderem:
Ein Detail, das Piper als Vorteil interpretiert: Neuere Pipeline-Felder wie schwer behandelbare Depression und obstruktive Schlafapnoe sollen 2026 nur minimal zum Ergebnis beitragen. Das klingt zunächst nach „weniger Fantasie“, ist aber kurzfristig oft positiv – weil es hilft, Margenhebel sauberer herauszuarbeiten, statt dass frühe Pipeline-Investitionen die Profitabilität stärker verwässern.
Auch beim Thema Bewertung sieht Piper Sandler keinen „ausgereizten“ Case. Die Aktie handele laut Broker auf Basis der Konsensschätzungen bei etwa 9,8x 2027 EV/EBITDA. Das eröffnet aus ihrer Sicht Spielraum für Multiple-Expansion, wenn die Ergebnisse geliefert werden – also: nicht nur Gewinnwachstum, sondern potenziell auch eine bessere Bewertung am Markt.
Piper Sandler bringt es am Ende ziemlich deutlich auf den Punkt: FY26 könne „wieder ein gutes Jahr“ für LivaNova werden – sowohl operativ als auch für die Aktie.
Entsprechend bleibt auch das Kursziel unverändert:
Wenn du das Ganze als Anleger einordnest, ist die Story im Kern keine wilde Wette, sondern eher ein klassisches Setup aus: solidem Grundwachstum + unterschätztem Sondereffekt (Reimbursement) + Segment-Dynamik + akzeptabler Bewertung. Und genau solche Kombinationen sind oft dann am spannendsten, wenn die Aktie bereits gelaufen ist – aber der Markt die nächste Stufe der Fundamentaldaten noch nicht vollständig eingepreist hat.