IWF senkt drastisch britische Wachstumsprognose
Washington, 14. Apr (Reuters) - Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Wachstumsprognose für Großbritannien wegen des Iran-Kriegs so stark gesenkt wie für kein anderes großes Industrieland. Die britische Wirtschaft werde 2026 voraussichtlich nur noch um 0,8 Prozent wachsen, teilte der IWF am Dienstag mit. Zuvor war er von 1,3 Prozent ausgegangen. Dies ist die stärkste Abwärtskorrektur innerhalb der Gruppe der sieben wichtigsten westlichen Staaten (G7). Damit liegt Großbritannien beim Wachstum gleichauf mit Deutschland, bildet jedoch beim Pro-Kopf-Wachstum das Schlusslicht der G7.
Der IWF begründete die trüberen Aussichten mit dem Krieg der USA und Israels gegen den Iran. Dieser habe den Preis für Erdgas, von dem das Land stark abhängig sei, zunächst verdoppelt. Zudem dürften sich die Zinssenkungen der Bank of England wegen des Energiepreisschocks verzögern.
Finanzministerin Rachel Reeves kritisierte die US-Regierung. Sie sei sehr frustriert und wütend darüber, dass die USA weder eine klare Ausstiegsstrategie noch Ziele für den Krieg im Iran hätten. "Das ist eine Torheit, die Familien hier in Großbritannien, aber auch in den USA und auf der ganzen Welt trifft", sagte sie der Zeitung "The Mirror". Der Preissprung bei Energie macht die Versprechen von Premierminister Keir Starmer und Reeves zunichte, die Wirtschaft anzukurbeln und den Lebensstandard zu verbessern.
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