
Das Paar USD/CAD handelt am Freitag während der asiatischen Handelsstunden mit leichten Verlusten nahe 1,3675. Der politische Nebel in den USA belastet den US-Dollar (USD) gegenüber dem Kanadischen Dollar (CAD). Die Händler bereiten sich auf die kanadischen BIP-Daten für das vierte Quartal und die US-Erzeugerpreisindex (PPI)-Berichte für Januar vor, die später am Freitag fällig sind.
Der Greenback bleibt in der Defensive nach dem Urteil des US-Obersten Gerichtshofs in der vergangenen Woche, dass das Notstandsgesetz, das von US-Präsident Donald Trump zur Erhebung von Zöllen verwendet wurde, seine politische Regelung nicht autorisierte. Trump sagte, dass er einen pauschalen Zoll von 15% auf Importe erheben würde, indem er eine Gesetzgebung nutzt, die es ihm erlaubt, 150 Tage lang ohne Zustimmung des Kongresses Einfuhrsteuern zu erheben. Am nächsten Tag drohte Trump, die Abgaben auf 15% zu erhöhen, was Bedenken über die Unsicherheit der US-Zölle aufwarf.
Dennoch könnten die besser als erwarteten US-Daten zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe helfen, die Verluste des USD zu begrenzen. Die am Donnerstag vom US-Arbeitsministerium (DOL) veröffentlichten Daten zeigten, dass die Zahl der Amerikaner, die erstmals Arbeitslosengeld beantragen, in der Woche bis zum 21. Februar auf 212K gestiegen ist. Diese Zahl folgte auf 208K (revidiert von 206K), die in der Vorwoche verzeichnet wurden, und lag unter dem Marktkonsens von 215K.
In der Zwischenzeit könnten sich die entspannenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran negativ auf den rohstoffgebundenen Loonie auswirken. Es ist erwähnenswert, dass Kanada ein großes Ölexportland ist und niedrigere Rohölpreise in der Regel negative Auswirkungen auf den CAD haben. Omans Außenminister Badr Albusaidi sagte am Donnerstag, dass die USA und der Iran nächste Woche die Nukleargespräche fortsetzen werden, nachdem sie in der Schweiz „signifikante Fortschritte“ erzielt haben.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.