
AUD/USD setzt seine Verluste in der zweiten aufeinanderfolgenden Sitzung fort und handelt am Freitag während der asiatischen Handelsstunden um 0,7110. Allerdings könnte die Abwärtsbewegung des Paares begrenzt sein, da der Australische Dollar (AUD) aufgrund der vorsichtigen Stimmung in Bezug auf die geldpolitischen Aussichten der Reserve Bank of Australia (RBA) an Stärke gewinnen könnte.
Trader erwarten allgemein, dass die RBA den Leitzins bei ihrer Sitzung im März unverändert bei 3,85% belässt, da die Entscheidungsträger den vollständigen Inflationsbericht für das erste Quartal erst Ende April erhalten werden. RBA-Gouverneurin Michele Bullock betonte zudem, dass ein geduldiger Ansatz angemessen bleibt, da die Wirtschaft nahe dem Gleichgewicht operiert, was die Erwartungen an einen aggressiven Straffungszyklus dämpft.
Die heißeren als erwarteten Inflationsdaten Australiens für Januar haben die Erwartungen gestärkt, dass die RBA im Mai eine weitere Zinserhöhung vornehmen könnte. Die Märkte preisen in diesem Jahr etwa 40 Basispunkte zusätzlicher Straffung ein, obwohl viele Analysten glauben, dass der Endzins nahe 4,10% seinen Höhepunkt erreichen wird, was in der Nähe des Höchststands während des Inflationsanstiegs nach der Pandemie liegt.
Unterdessen könnte das AUD/USD-Paar Unterstützung finden, da der US-Dollar (USD) aufgrund anhaltender Unsicherheiten in Bezug auf die US-Handelspolitik zu kämpfen hat. Trader blicken der Veröffentlichung des US-Erzeugerpreisindex (PPI) für Januar am Freitag entgegen, um frische Impulse für die Federal Reserve (Fed) zu erhalten.
US-Präsident Donald Trump kündigte Pläne an, einen pauschalen Zoll von 15% auf Importe zu erheben, nachdem ein Urteil des Obersten Gerichtshofs seinen früheren Rahmen für reziproke Zölle für ungültig erklärt hatte. Allerdings deutete der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer an, dass die Zölle in den kommenden Tagen auf 15% oder mehr für mehrere Länder angehoben werden könnten.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.